Podgorica – Für den Besuch aus München war man bei Buducnost Podgorica ja eigentlich auf Nummer sicher gegangen. Für ein versprengtes Mitglied des Fanklubs Red Munichs hatten die Montenegriner sogar einen eigenen Bewacher auf die Tribüne. Auf dem Feld hätten es die Gastgeber gerne ähnlich konsequent gehalten. Doch dem hatten sich die Bayern schnell entzogen. Am Ende stand auch an diesem vierten Eurocup-Vorrundenspieltag ein deutlicher Sieg des Teams von Trainer Sasa Djordjevic.
76:60 (41:29) fertigten die Bayern auch ihren bislang schärfsten Verfolger ab. Erfolgserlebnis Nummer vier also. Und die Münchner Perspektiven werden immer glänzender. Umso mehr als der Bundesliga-Zweite vier der sechs Duelle um die beste Ausgangsposition für die Zwischenrunde vor eigenem Publikum austragen darf. „Wir waren sehr fokussiert, haben physisch sehr intensiv gespielt und waren insgesamt gut vorbereitet“, sagte Djordjevic entsprechend zufrieden.
Dabei hatten die Bayern ja schon ihre Sorgen gehabt. Was würde der Ausfall von Eurocup-Topscorer Vladimir Lucic bewirken. Der Serbe hatte sich am Sonntag gegen Frankfurt einen Mittelfußbruch zugezogen und fällt längerfristig aus.
Doch beim bis dahin ebenfalls noch ungeschlagenen montenegrinischen Serienmeister brauchten die Münchner gerade einmal ein Viertel um sich einigermaßen zu sortieren. Dann hatte man sich eingestellt auf die zunächst sehr aktiven Dreierschützen der Gastgeber. Vor allem auf die Defensive ist in dieser europäischen Saison bislang ja Verlass. Auch Podgorica wurde vor 4600 Zuschauern Schritt für Schritt entnervt.
Einzig im dritten Viertel keimten kurzzeitig leise Zweifel auf als Kyle Landry (15 Punkte) Podgorica mit zwei Dreiern kurzzeitig in Schlagdistanz brachte (53:45). Doch auch an diesem Abend deuteten die geduldig spielenden Bayern früh an, dass sie zulegen konnten, wenn es nötig war. Auch in dieser Phase war das so. Anton Gavel hatte das Münchner Polster aus der Distanz schon zum Ende des dritten Viertels fast wieder verdoppelt (61:46). „Es gab nur diesen einen gefährlichen Moment“, befand Djordjevic.
Zumal die Bayern einmal mehr das ausgeglichenere Team stellten. Gleich vier Spieler trafen zweistellig, Devin Booker mit 15 Punkten am besten. Am Ende hatten sich alle zehn eingesetzten Akteure auch auf dem Scoreboard verewigt.
Und ähnlich kühl, wie die Münchner den vierten Sieg in Europa herausgespielt hatten, hakten sie ihn nach getaner Arbeit auch schon wieder ab. Die Blicke gingen schon zum nächsten Spitzenspiel am kommenden Sonntag. Dann muss man zur Abwechslung wieder in der heimischen Liga bei Spitzenreiter Alba Berlin ran.