Garmisch-Partenkirchen – Eigentlich ist mit Tabellenrang drei alles im Lot. Dennoch war es für den SC Riessersee gefühlt ein Wochenende zum Vergessen in der DEL2. Der SCR trotzte Spitzenreiter Bietigheim einen Zähler ab, gewann zudem das vorgezogene Match in Freiburg nach Penaltyschießen.
Doch dann war da eben auch noch der Sonntag: Abgewatscht im prestigeträchtigen Derby beim EC Bad Tölz, zudem Verteidiger Joel Johansson mit einer Kopfverletzung verloren. Der Schwede wird mehrere Woche fehlen. „Es geht ihm nicht gut“, berichtete Tim Regan am Montag. Der Sportliche Leiter ging von einer „schweren Gehirnerschütterung“ aus.
Was war passiert: Johansson musste einen High-Speed-Check von Löwen-Neuverpflichtung Chris St. Jacques einstecken. Viele Fan-Videos kursierten in den sozialen Netzwerken, nicht minder viele Meinungen gibt es hinsichtlich der Regelauslegung. St. Jacques sprang leicht ab und traf Johansson mit voller Wucht am Kopf. Allerdings war der, wo sonst die Schulter ist, Johansson stand leicht gebückt. Die Unparteiischen waren unisono der Meinung: Unglücklich, aber legal. Glück für die Löwen, weil St. Jacques so zum Matchwinner avancieren konnte. Pech für den SCR, der plötzlich mit nur noch vier Verteidigern da stand.
Ein netter Dialog entwickelte sich nach der Pressekonferenz. Regan gratulierte ECT-Coach Rick Boehm, den er lange kennt, zum Sieg. Boehm daraufhin: „Aber ihr habt mehr Talent in der Mannschaft.“ Regans Replik: „Ja, aber Arbeit schlägt Talent.“ Und so war ein unterhaltsames Derby fachmännisch und flugs zusammengefasst. oliver rabuser