Arturo Vidal (l.) ist in mancher Hinsicht ja ein Phänomen. Der Chilene kann nach einer Partie noch so grimmig aus den Katakomben gestapft kommen – sobald er in seiner Muttersprache angeredet wird, knipst er die freundlichste Miene an. Nur am Dienstagabend kam alles anders: Vidal hatte sich selbst einen Maulkorb verpasst, sein Gesichtsausdruck blieb gleichbleibend grimmig. Der 2:1-Sieg des FC Bayern konnte nichts daran ändern, dass der Abend im Celtic-Park für den 30-Jährigen persönlich nicht gut gelaufen war. Seine Auswechslung in der 59. Minute (für Sebastian Rudy) hatte er erbost zur Kenntnis genommen, eine Flasche weggekickt. Zwar hatte Jupp Heynckes dafür Verständnis, sagte: „Wenn ein Spieler pfeifend rausgeht, stimmt irgendwas nicht.“ Der Bayern-Coach wies aber auch freundlich darauf hin, dass er angesichts der schwachen Leistung die Notwendigkeit gesehen hatte, zu wechseln: „Das muss jeder akzeptieren. Er auch.“ Schon in den beiden Partien gegen Leipzig hatte Heynckes’ Liebling keine glückliche Figur gemacht. In seiner jetzigen Form wird eine Trennung im Sommer immer wahrscheinlicher. Sein Vertrag läuft 2019 aus. hlr /FOTO: IMAGO