Fieberhafte Suche nach Lewandowskis Vertreter

von Redaktion

Gomez käme gern nach München zurück, van Persie und Huntelaar haben Erfahrung, Hoffenheimer sind keine Option

München – Die Suche läuft nicht erst seit gestern. Inzwischen aber unter neuen Parametern. Der FC Bayern fahndet schon längere Zeit nach einem talentierten, möglichst deutschen Stürmer, der hinter Robert Lewandowski reift, um bestenfalls einmal für den 29-Jährigen ganz zu übernehmen, wenn er vor lauter Real Madrid-Lockrufen untragbar werden sollte. Nun aber sondiert man den Markt nach einer Zwischenlösung, um in der zweiten Saisonhälfte kein zweites Mal einen Engpass wie in diesen Tagen durchmachen zu müssen. Man arbeitet an einer Lösung für den Winter. Und natürlich soll es ein Mann sein, der in der Champions League spielen darf.

Damit sind Hoffenheimer Optionen wie Sandro Wagner oder Mark Uth raus. Auf Seite 44 der UEFA-Regularien besagt Paragraf 42.07: „In der Regel ist ein Spieler innerhalb derselben Spielzeit in einem UEFA Klubwettbewerb (UEFA Champions League und UEFA Europa League, nicht aber UEFA-Superpokal) nur für einen Verein spielberechtigt.“ Die TSG setzte alle ihre Stürmer, auch Andrej Kramaric, in der Gruppenphase ein.

Der Passus geht aber weiter – und hier wird es interessant für die Münchner: Profis, die in der Qualifikation oder den Playoffs eingesetzt wurden, sind mit dem Achtelfinale für andere spielberechtigt. In Robin van Persie und Klaas Jan Huntelaar wären damit zwei namhafte Optionen im Rennen. Die beiden Niederländer scheiterten blamabel in der Qualifikation, van Persie mit Fenerbahce Istanbul an Vardar Skopje, Huntelaar mit Ajax Amsterdam an Rosenborg Trondheim. Das Duo war seit dem Sommer international nicht mehr tätig. Van Persie, 34, verfügt mit seiner Vita (Feyenoord Rotterdam, Arsenal, Manchester United) über internationale Top-Referenzen, im Gedächtnis blieb außerdem sein spektakulärer Flugkopfball bei der WM 2014 gegen Spanien. Der gleichaltrige Huntelaar stand schon früher auf Bayerns Einkaufliste, damals schnappte ihn sich Real Madrid. Seine beste Zeit erlebte er bei Schalke, wo er allerdings erst diesen Sommer seinen Abschied genommen hat. Ob er Ajax jetzt schon wieder verlässt?

Die Patentlösung heißt ohnehin Mario Gomez. Beim VfL Wolfsburg hielte den 32-Jährigen gar nichts, wenn Bayern locken würde. Er verbringt viel Zeit in München, fand dort sein Zuhause, pflegt familiäre Kontakte zu Bayern. Die Münchner greifen gerne auf Spieler zurück, die ihnen vertraut sind, und auch wenn sie Gomez 2012 davonschickten, weil sein hölzerner Stil dem Zeitgeist nicht mehr entsprach, könnte die Not nun wieder in eine Zusammenführung münden. Gomez muss sich nur fragen, inwieweit er bei einem Wechsel im Winter seine WM-Teilnahme gefährdet. Lars Stindl scheidet mit der Turnier-Perspektive aus, zudem kann er seine Gladbacher als Kapitän nur schwerlich schon im Winter im Stich lassen. Amin Younes (Ajax) ist vom Typ her kein Lewandowski-Ersatz.  awe

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