Der FC Bayern hat einen unabhängigen Forschungsauftrag an das Institut für Zeitgeschichte (IfZ) vergeben, der sich wissenschaftlich mit dem Klub und dem deutschen Vereinsfußball während der Nazizeit auseinandersetzen soll. Die Projektfinanzierung läuft über drei Jahre und unterliegt ausdrücklich keinen Weisungen des FC Bayern, wie der deutsche Rekordmeister mitteilte. Der Arbeitstitel lautet: „Der FC Bayern 1929 – 1949. Aufstieg und Niedergang eines Vereins im vergleichenden Kontext der Entwicklung des deutschen Fußballs“. Die Ergebnisse werden veröffentlicht und auch in der Erlebniswelt des FC Bayern in der Allianz Arena zu sehen sein. „Um die Historie des FC Bayern noch breiter in Kooperationen mit Schulen und Stiftungen auszulegen, haben wir das Institut gebeten, zu unserem Vereinsleben und zum deutschen Fußball in der Zeit des Nationalsozialismus zu forschen“, sagt Vorstandschef Karl-Heinz Rummenigge (Foto), „damit wollen wir auch einen Beitrag zur Erinnerungskultur in Deutschland leisten.“ Die Projektleitung übernimmt in Frank Bajohr ein anerkannter Historiker, der der Leiter des Zentrums für Holocaust-Studien am IfZ ist. „Auch der Fußball und seine Geschichte ist ein Seismograf für politische und gesellschaftliche Entwicklungen“, meint Professor Dr. Andreas Wirsching, der Direktor des IfZ. Zentrale Frage des Forschungsprojekts werde „insbesondere der Umgang mit jüdischen Vereinsmitgliedern sein“. awe