München – Irgendwann war für Sasa Djordjevic die Zeit gekommen, über Maik Zirbes zu sprechen. Der kantige Center der Basketballer des FC Bayern hatte sich in der Bundesliga zuletzt ja immer wieder zumindest diskussionswürdige Foulpfiffe eingefangen. Man kann nun drüber streiten, ob System hinter der Sache steckt. Aber dass Zirbes mit seiner, nun ja, körperbetonten Spielweise Gegenstand der diversen Lehrvideos für Unparteiische ist, ist leicht vorstellbar. Ob das nun so ist oder nicht, Djordjevic sieht seinen Schützling längst als „konditioniert“ und findet das bedenklich: „Ich denke, ein Nationalspieler hat mehr Respekt verdient.“
Immerhin: Im internationalen Geschäft, das zeigt die Erfahrung der noch jungen Saison, gelten andere Kriterien. Die Unparteiischen in Europa lassen am Korb mehr laufen. Womit Zirbes dem heutigen nächsten Auftritt seiner Bayern eigentlich ganz entspannt entgegensehen kann. Ab 20.30 Uhr bekommt man es im Audi Dome mit Reggio Emilia zu tun. Und Maik Zirbes nicht zuletzt mit dem US-Amerikaner Jalen Reynolds, der zumindest ähnliche Körpermaße mitbringt wie der Deutsche. „Das wird interessant“, sagte Djordjevic.
Ebenso wie die Frage, wer von seinen Spielern am ehesten die Kreise von Amadeo Della Valle einengen kann. Der junge Guard war bislang mit durchschnittlich 22,5 Punkten eine der großen Triebfedern im Eurocup, in dem die Italiener mit zwei Siegen und zwei Niederlagen noch in Schlagdistanz stehen.
Der Bayern-Trainer kann über diese Dinge ziemlich entspannt sprechen. Gerade international haben sich seine Profis in den Schlüsselduellen bislang bestens geschlagen. Makellose vier Siege hat man bislang aus vier Spielen zu Buche stehen. Gelingt heute der fünfte, dann könnte der Bundesliga-Tabellenführer mit etwas Glück schon in der nächsten Woche gegen Galatasaray Istanbul die Zwischenrunde klar machen. Djordjevic interessiert das nur wenig: „Wir wollen uns weiterentwickeln.“
In der Hinsicht haben die Bayern nun eine ganz verheißungsvolle Zeit vor sich. Bis zur am 20. November beginnenden Länderspielpause haben sie vier Partien ausschließlich vor eigenem Publikum vor sich. Das bringt Grenzerfahrungen, wie Djordjevic sagt: „Ein seltsames Gefühl im eigenen Bett aufzuwachen.“ Vor allem aber können die Bayern intensiver und besser arbeiten.
Wöchentlich ein Training mehr springt durch den Wegfall der Reisen heraus. Was vor allem für die Profis von Vorteil ist, die noch Nachholbedarf haben. Spieler wie Regisseur Stefan Jovic beispielsweise, der nach seiner Knöchelverletzung von der Europameisterschaft in Istanbul noch immer nicht in bester Verfassung spielt.
Der Serbe hat seine Baustellen allerdings längst nicht nur im körperlichen Bereich. Jovic spricht bislang nur spärlich Englisch. Ungünstig auf einer Position, auf der Kommunikation zu den zentralen Qualitäten zählt. „Wir erwarten von ihm Fortschritte“, sagte Djordjevic.
Mit Maik Zirbes hat zumindest Jovic da übrigens kein nennenswertes Problem. Der National-Center spricht seit seinem Engagement in Belgrad zumindest respektabel serbisch.