Grenzgänger im Derbyfieber

von Redaktion

Die Alpenvolleys feiern Saisonpremiere in Unterhaching – mit einem Pokal-Duell mit dem GCDW Herrsching

VON Umberto Savignano

Unterhaching – Es läuft ganz nach dem Geschmack von Hannes Kronthaler: „Genau wegen solcher Duelle sind wir nach Deutschland gewechselt“, strahlte der Manager der Hypo Tirol Alpenvolleys Haching nach dem 3:2-Krimi gegen Düren. Jahrelang hatte sich Kronthaler als Macher des Österreichischen Volleyball-Serienmeisters aus Innsbruck eher gelangweilt. Nun, da er in einer Kooperation mit dem TSV Unterhaching per Wildcard Zugang zur deutschen Bundesliga erhalten hat, erlebt er wieder den Nervenkitzel, der ihm so sehr fehlte. Aber es ging dem 52-Jährigen nicht nur um neue Spannung, sondern auch um neue Erfolge. Und da befindet sich sein Team ebenfalls auf einem guten Weg: Nach drei Siegen in vier Spielen liegt es auf Platz drei.

Die alpinen Volleyball-Grenzgänger treten also mit viel Rückenwind zu ihrem ersten Pflichtspiel auf deutschem Boden an: Heute Abend (20 Uhr) empfangen sie den TSV Herrsching zum Pokal-Achtelfinale. Ausgerechnet ein K.o.-Derby zur Premiere in Unterhaching, auch das hätte sich Kronthaler kaum schöner malen können: „Ein Traumlos!“ Die augenblickliche Konstellation dürfte jedenfalls einige Hachinger Fans in die Halle locken und die Akzeptanz der Innsbrucker Multi-Kulti-Truppe (14 Spieler aus zehn Nationen) erleichtern, auch wenn die beiden Hachinger im Kader, der Bulgare Georgi Topalov und der hochtalentierte Jonas Sagstetter, kaum zum Einsatz kommen werden. Die Bereitschaft zur Unterstützung über die Grenzen hinweg ist jedenfalls da: Der Fanclub „Hachinga Hammablock“ hatte sich beim Heimspiel-Debüt in Innsbruck gegen Bühl (3:1) schon lautstark bemerkbar gemacht.

„Wir rechnen mit 1000 Zuschauern“, sagt Mihai Paduretu, der Strippenzieher des Kooperations-Projekts auf Hachinger Seite. Als Erfolgscoach des 2014 aus der Bundesliga zurückgezogenen viermaligen Pokalsiegers Generali Haching hat er gerade in diesem Wettbewerb Sternstunden erlebt. Doch das ist abgehakt: „Für Nostalgie ist keine Zeit. Wir freuen uns, dass hier wieder etwas aufgebaut wird.“ Ob die Zeit schon reif ist für neue Titel, wird sich zeigen. Der Pokal bietet im Vergleich zur Meisterschaft jedenfalls den leichteren Weg zum Triumph. Und doch könnte schon Herrsching mit den Ex-Hachingern Ferdinand Tille und Tom Strohbach zum Stolperstein werden, wie Paduretu weiß: „Beide Mannschaften sind gleich gut. Die Tagesform wird entscheiden.“

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