Münchens Europa-Tournee ist beendet

von Redaktion

Im Achtelfinale der Champions League scheitert der EHC mit einem Rückspiel-2:5 am bärenstarken SC Bern

VON Günter Klein

München – Stadionsprecher Stefan Schneider gab alles, mehrmals donnerte er ein „Auf geht’s“ und „Wir packen’s noch“ ins Mikrofon, zudem wies er immer wieder darauf hin, dass Historisches geschehen und dieser Dienstag ein großer Tag werden könne. Half alles nichts, der EHC München hat das Viertelfinale in der Eishockey-Champions League verfehlt, er ist im Achtelfinale gegen den SC Bern ausgeschieden. Hoffnungsfroh hatte er sein können nach dem 3:2-Coup in der Schweiz vor einer Woche, doch im Rückspiel wurde er streckenweise auseinander gespielt. Endergebnis: 2:5 (1:1, 1:1, 0:3).

„Europacup“-Abend in der Münchner Olympia-Eishalle. Das bedeutet: schnellerer und viel besserer Sport als im deutschen Liga-Alltag, aber eben auch geringeres Interesse. Die Dauerkarten galten nicht, so waren die Ränge nicht sehr dicht besetzt, sogar in der Nordkurve, wo der treue Fan steht, klafften Lücken. Wenigstens hatte Bern einen lauten Haufen Anhänger mitgebracht, die die wohl größte Fahne schwenkten, die man in diesem Eisstdaion je gesehen hat. Darauf: der Bär, das Wappentier der Stadt Bern und seines Vereins.

Lediglich 2690 Leute bekamen eine Mannschaft aus der Schweiz zu sehen, die die hohe Meinung, die man über sie hat, bestätigte. Bis in die vierte Reihe hinein ist sie bestückt mit ausgezeichneten Schlittschuhläufern, die auch körperliche Robustheit zu bieten haben. Der EHC hatte auf einmal nicht mehr den Platz, den er in der DEL vorfindet, es war nicht das Team, das das Geschehen wie selbstverständlich bestimmt. Im ersten Drittel wies die Statistik 15:9 Torschüsse für Bern auf. Der Schweizer Meister attackierte, der Deutsche Meister reagierte nur, obwohl seine beiden Kreativen Dominik Kahun und Mads Christensen nach Verletzungspause ins Team zurückgekehrt waren.

Die individuelle Klasse sprach für Bern. München konnte Trotzigkeit und gute Chancenverwertung dagegensetzen. Trotz der Schweizer Dominanz ging die Mannschaft von Don Jackson zweimal in Führung – durch Brooks Macek (10. Minute/1:0) und Derek Joslin (22.). Doch der SCB konterte, durch Scherwey (10.) und Moser (27.), und in der 46. Minute erzielte Luca Hischier das 3:2 für die Bären, wodurch die Hinspielniederlage egalisiert war. Zusammengerechnet stand es nun 5:5. Der EHC wackelte, selbst die erfahrenen Spieler ließen sich die Scheibe abnehmen, in der 50. Minute erhöhte Simon Bodenmann auf 4:2 für Bern. Begeistert legten die Herren unter den SCB-Fans den Oberkörper frei.

München brauchte ein Tor, raffte sich trotz spürbarer Kraftlosigkeit zu einer Schlussoffensive auf, deren Aussichtslosigkeit klar wurde, als Frank Mauer den Puck vertändelte und Bern den Konter zum 5:2 (Ebbett/58.) fuhr.

Ausgeschieden ist auch der zweite DEL-Vertreter, die Adler Mannheim. Bis in die 58. Minute führte das Team des ehemaligen Münchner Trainers Sean Simpson (Barons, 1999 bis 2002) bei Brynäs Gävle 1:0, was gereicht hätte, um nach der 2:3-Hinspielniederlage in die Verlängerung zu kommen. Dann glichen die Schweden aus und legten sogar noch ein Empty-Net-Goal zum 2:1 nach, weil Mannheim den Torhüter vom Eis nehmen musste, um die letzte Chance zu wahren. Beide DEL-Klubs: draußen.

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