Teamfähigkeit, Sozialkompetenz, Toleranz

von Redaktion

Bundestrainer Löw hat für die WM eine riesige Auswahl an Spielern – und verlangt mehr als nur Qualität

Berlin – Joachim Löw startete den langen Weg zum nächsten Titel im Taxi, für seine Spieler begann der wohl härteste Konkurrenzkampf der deutschen WM-Geschichte abseits des Platzes. Werbedrehs, Fotoshootings, Trikotpräsentation – schon kurz nach ihrer Ankunft im Berliner Luxushotel „Das Stue“ war es mit der Ruhe für die Weltmeister um Toni Kroos, Mesut Özil und Mats Hummels vorbei. Für einen Blick auf die spanische Botschaft und das nebenan liegende Wildpferdgehege im Zoologischen Garten blieb keine Zeit.

Zeit will auch Löw im Kampf um den fünften Stern nicht verlieren, obwohl der Bundestrainer angesichts der zahlreichen Marketingaktivitäten erst am Mittwoch mit der sportlichen Vorbereitung seines 24-Mann-Kaders auf die Länderspiel-Klassiker am Freitag (21.00 Uhr/ZDF) im Londoner Wembleystadion gegen England und vier Tage später in Köln (20.45 Uhr/ARD) gegen Frankreich beginnen kann. Amin Younes (Kniebeschwerden) von Ajax Amsterdam sagte unterdessen gestern seine Teilnahme an den Spielen ab.

„Man muss sich jetzt schon gedanklich mit der WM beschäftigen. Ich erwarte von den Spielern, dass sie sich wahnsinnig intensiv vorbereiten. Im täglichen Ablauf, in der Professionalität und im Lebenswandel muss man alles dafür tun“, sagte Löw. Seinen Spielern um die Rückkehrer Mario Götze und Ilkay Gündogan sowie Debütant Marcel Halstenberg schrieb er 250 Tage vor dem WM-Auftakt in Russland ins Stammbuch: „Ich will Spieler, die für die Mannschaft in jeder Sekunde alles geben. Es braucht Qualität, Teamfähigkeit, eine hohe Sozialkompetenz und eine gewisse Toleranz. Nur wer ein funktionierendes Team hat, der hat die Chance, Weltmeister zu werden“, sagte Löw. Für seinen 23er-WM-Kader bewerben sich rund 40 Kandidaten.

Mehr als die Hälfte von ihnen stand gestern Abend im Quartier des Ausrüsters adidas auf der Bühne, als mit einer krachenden Hip-Hop-Show und großem Aufwand das neue Heimtrikot präsentiert wurde. „Es ist nicht zu langweilig, es ist nicht zu auffällig. Die Mischung ist sehr gut getroffen“, sagte Hummels. Sportlich geht es für die seit 19 Begegnungen ungeschlagene DFB-Auswahl nach der makellosen Qualifikation nun an den Feinschliff.  sid

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