EHC empfindet „Minimalstolz“

von Redaktion

Don Jackson hofft, dass sich seine Spieler erholen – doch elf sind international im Einsatz

München – Verloren – da leert sich im Münchner Eisstadion die Nordkurve schneller als bei einem Feueralarm. Das Fan-Publikum ist fixiert auf Siege, auf Party, aufs Sich-überlegen-fühlen, es verstand am Dienstagabend nicht, dass es ein außergewöhnliches Spiel gesehen hatte: in dem der EHC München am Gegner wuchs, dieser Gegner aber eben eindeutig zu stark war. 2:5 unterlag der Deutsche Meister im Achtelfinal-Rückspiel der Champions League dem SC Bern, die erste Partie dazugerechnet, schied er mit 5:7 Toren aus dem „120-Minuten-Spiel“ (Trainer Don Jackson) aus. Darum: Die eigene Mannschaft hätte einen warmen Verabschiedungsbeifall verdient – und Triumphator SC Bern erst recht.

Eine solche Rasanz und Intensität erlebt der EHC München in der DEL nicht. „Man passt sich im Tempo den Gegnern an“, sagt Kapitän Michael Wolf zum Ligabetrieb. Gegen Bern habe man die Schlagzahl erhöhen müssen, „sonst wirst du von denen überrollt“. Passierte im Hinspiel eine Woche zuvor im ersten Drittel, diesmal im 0:3 verlorenen letzten. „Wir konnten nicht zulegen, die Kraft hat uns gefehlt“, analysierte Jackson.

Für den Rest der Woche gab er frei. Erholen können sich jedoch nicht alle Spieler. Neun sind für Deutschland beim Turnier in Augsburg im Einsatz, Torwart David Leggio wurde ins Team USA berufen, Markus Lauridsen ist mit Dänemark unterwegs. Patrick Hager, einer der deutschen Nationalspieler, will aber nicht jammern: „Es ist erst November. Wir sind Profisportler und auf solche Phasen vorbereitet. Wenn man die Ausrüstung anzieht, sind alle Bedenken weg.“

Das Aus auf europäischer Ebene schmerzt den EHC, er hatte sich nach Vorrundensiegen gegen IFK Helsinki und Brynäs Gävle was ausgerechnet. Zumindest diese Ergebnisse lassen auch was Positives zurück. Wolf: „Einen Minimalstolz.“ Günter Klein

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