BASKETBALL

Italienische Nacht in Rot

von Redaktion

83:58 – FC Bayern besiegt auch Reggio Emilia und bleibt in der Eurocup-Vorrunde weiter makellos

VON Patrick Reichelt

München – Bestimmte Chancen muss man einfach nutzen. Und so haben auch die Basketballer des FC Bayern den ersten italienischen Besuch seit Olimpia Mailand in der verkorksten Euroleague-Saison 2014/15 eben zur „Notte italiana“ erklärt – zur Nacht in grün-weiß-rot. Italienisches Liedgut wurde bemüht, Bayerns Tourismus-Partner im Trentino verteilten Geschenke. Ein von südlich des Brenner angereistes Fan-grüppchen immerhin fühlte sich sichtbar pudelwohl.

Die Profis von Grissin Bon Reggio Emilia vermutlich weniger – dem aufstrebenden Provinzklub erging es in etwa so, wie es in dieser Eurocup-Saison bislang allen Bayern-Gegnern ergangen ist. Am Ende fegten die Gastgeber auch über den Besuch aus der Emilia Romagna humorlos mit 83:58 (50:28) hinweg. Sieg Nummer fünf also am fünften europäischen Abend. Schon kommende Woche gegen Galatasaray Istanbul könnten die Münchner die Zwischenrunde eintüten.

Dabei hatte Trainer Sasa Djordjevic schon so seine Sorgen gehabt. Nach dem Langzeitverletzten Vladimir Lucic (Mittelfußbruch) hatte sich kurzfristig auch noch Stefan Jovic abgemeldet. Den serbischen Regisseur plagten im Training Probleme am Wurfarm. Youngster Amar Gegic rückte in den Kader auf und durfte zum Spielende auch noch ein bisschen europäische Basketball-Luft schnuppern.

Doch die Übriggebliebenen machten schnell deutlich, dass sie auch ohne das verletzte Duo die Macht der Gruppe B sind. Jared Cunningham, der am Sonntag noch mit heftigen Kopfschmerzen aus Berlin zurückgekehrt war, setzte das erste Signal. Der US-Boy wuselte durch die italienischen Reihen, setzte gleich einmal die ersten drei Dreier ins Ziel. Die ersten neun von insgesamt 15 Punkten des Mannes mit dem MVP-Potenzial.

Reggio Emilia? Von den Italienern kam zunächst nicht viel mehr als wilde Dreier gegen die konsequente Münchner Defensive. So marschierten die Bayern im zweiten Viertel schon vorentscheidend auf 50:28 davon.

Da änderte es auch nicht viel, dass sich Djordjevic’ Schützlinge wieder einmal nach dem Wechsel ihre kleine Auszeit nahmen. Man leistete sich kleine Nachlässigkeiten, sechs Ballverluste im dritten Durchgang waren die Folge. So wurde das Polster zeitweise kleiner. Wirkliche Nervosität wollte unter den 5227 Zuschauern, die den Weg in den Audi Dome fanden, nicht aufkommen. Weil die Bayern, wenn es nötig wurde, immer den Weg zu Punkten fanden. Allen voran neben Cunningham auch Nihad Djedovic (15), Devin Booker (13) und Reggie Redding (11), die allesamt zweistellig trafen.

Dann war sie vorbei, die italienische Nacht. In einer Woche schaut Europa wieder in den Audi Dome. Dann wird dort türkisch gesprochen.

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