Moskau – Die oberste russische Ermittlungsbehörde hat alle Vorwürfe der Welt-Anti-Doping-Agentur WADA wegen angeblichen Staatsdopings für widerlegt erklärt. Ein Bericht des WADA- Sonderermittlers Richard McLaren, dem zufolge bei den Winterspielen in Sotschi 2014 belastete Doping-Proben russischer Sportler gegen unbelastete ausgetauscht worden seien, stimme nicht.
Gegen den Kronzeugen für diese Behauptung, Grigori Rodtschenkow, den Ex-Leiter des russischen Anti-Doping-Labors, sei Haftbefehl erlassen worden. Man werde von den USA seine Auslieferung verlangen, teilte das Staatliche Ermittlungskomitee in Moskau mit.
Die russischen Behörden hätten mehr als 700 Sportler, Trainer, Betreuer und Funktionäre vernommen. „Keiner von ihnen hat die Existenz eines Doping-Programms bestätigt“, hieß es. Rodtschenkow hingegen habe erklärtermaßen verbotene leistungssteigernde Mittel verabreicht und positive Dopingproben vernichtet.
Die russischen Ermittler erklärten, sie hätten das Kontrolllabor in Sotschi genau untersucht – im Unterschied zu McLaren. Es gebe dort das Loch in der Wand nicht, durch das nach Rodtschenkows Angaben die Proben während der Spiele vertauscht worden seien. Auch das Öffnen und Austauschen der Sicherheitsverschlüsse von Dopingproben-Fläschchen sei nicht möglich – anders als vom WADA-Ermittler unterstellt. dpa