Ski alpin

Der Fritz ist zurück

von Redaktion

Neben Felix Neureuther tritt überraschend auch sein Kumpel Dopfer zum Auftakt der Olympia-Saison beim Slalom in Levi an

Von Marco Mader

München/Levi – Felix Neureuther fühlt sich „fit und gut vorbereitet“ auf seinen verspäteten Saisonstart im finnischen Levi, aber ein letzter Hauch Unsicherheit ist doch noch zu spüren. Weltmeister Marcel Hirscher, Norwegens Stangenstar Henrik Kristoffersen oder den Russen Alexander Choroschilow – sie alle habe er als mögliche Slalom-Könige des Olympia-Winters auf der Rechnung, sagt er. Aber was „der Neureuther zusammenbringt, auf das bin ich selbst schon am meisten gespannt.“ Und dann ist da ja auch noch Fritz Dopfer, der Rückkehrer.

Der WM-Zweite von 2015, mit dem Neureuther über Jahre das schnellste Doppelzimmer im alpinen Weltcup gebildet hatte, steht am Sonntag (10.00/13.00 Uhr MEZ) beim ersten Männer-Rennen der Saison überraschend am Start. Insgeheim habe er schon länger mit dem Slalom 170 km nördlich des Polarkreises geliebäugelt, sagt Dopfer, der nach einem Schien- und Wadenbeinbruch seit genau einem Jahr nicht mehr im Weltcup gefahren ist. Beim Training mit Kumpel Neureuther in Levi hat er gespürt, dass die Zeit nun wirklich reif ist.

„Man sieht’s schon noch“, sagt Dopfer über die OP-Narbe am linken Unterschenkel, „aber egal, wie er aussieht: er muss nur funktionieren.“ Und das tut er inzwischen wieder: „Ich würde nicht starten, wenn ich nicht hundertprozentig schmerzfrei wäre“, sagt Dopfer. Für den eigentlichen Auftakt im Oktober in Sölden hatte er nicht gemeldet, „es bringt nix, halb verreckt in den Weltcup einzusteigen.“ Dass der Riesenslalom dort wetterbedingt abgesagt werden musste, kam dem 30-Jährigen vom SC Garmisch nicht ungelegen.

In den letzten Wochen habe Dopfer „große Fortschritte gemacht“, sagt Cheftrainer Mathias Berthold, im Training sei er phasenweise auf „hohem Niveau“ gefahren.

Dopfer will zurück an die Weltspitze: „In mir steckt schon noch was“

Dopfers Ziel ist es, „da anzuschließen, wo ich vorher war“ – an der Weltspitze. Dass das dauern kann, weiß er, in der langen Rehaphase hat er „Geduld gelernt. Ich fühle noch mehr in meinen Körper rein“, sagt Dopfer, der ohnehin als Grübler gilt. Grundsätzlich, sagt er, „habe ich aber das Gefühl, dass schon noch was in mir steckt.“

Dem drei Jahre älteren Neureuther geht’s da ähnlich, er hat viel vor in seiner 16. Weltcup-Saison, an deren Ende eine Olympiamedaille stehen soll. Zunächst aber Levi, der erste Slalom, für den er Freundin Miriam und Töchterchen Matilda zu Hause in Garmisch-Partenkirchen zurückließ. „Extrem hart“, sei das, sagt er, „ich vermisse meine Mädels sehr, so zäh hatte ich es mir nicht vorgestellt.“ Aber es helfe ja nichts, „das ist mein Job.“ Und er hat ja nach wie vor Spaß daran.

„Ich freue mich, dass es nun endlich los geht“, sagt er. Der Rennhang in Levi sei zwar relativ einfach, „aber man muss extrem attackieren, um schnell zu sein. Dabei muss man sich am absoluten Limit bewegen.“ Das ist ihm zuletzt gut gelungen: Bei seinen beiden jüngsten Auftritten in Levi war Neureuther einmal Dritter und einmal Vierter.

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