Das Steuer verteidigen

von Redaktion

In den Spielen gegen Galatasaray und Bamberg können Bayerns Basketballer vorentscheidende Schritte machen

Von Patrick Reichelt

München – Braydon Hobbs musste nicht lange überlegen. „Natürlich ist das eine spezielle Woche für uns“, sagte der Spielmacher der Basketballer des FC Bayern. Am heutigen Mittwoch bekommen es die Münchner im Eurocup mit Galatasaray Istanbul zu tun (20.30 Uhr), vier Tage später tritt Meister Bamberg im Audi Dome an. Es sind Duelle, in denen die Bayern in dieser Saisonphase vielleicht noch nicht viel zu verlieren, dafür aber umso mehr zu gewinnen haben. „Wenn wir diese Spiele gewinnen“, sagte Hobbs, „dann sind wir in beiden Wettbewerben am Steuer.“

Im Eurocup hätte das Team von Trainer Sasa Djordjevic mit einem zweiten Erfolgserlebnis gegen Galatasaray Istanbul schon einmal das Ticket für die Zwischenrunde in der Tasche. Angesichts von jeweils zwei Siegen Vorsprung auf die schärfsten Verfolger aus Podgorica und Panevezys wird der Gruppensieg zunehmend realer.

Das ist nicht ganz unwesentlich – als Nummer eins würden die Bayern bis zur K.o.-Phase des Wettbewerbs den dicksten Brocken wie Darussafaka Istanbul oder Kuban Krasnodar aus dem Weg gehen. Wäre jetzt nach einer Vorrunden-Halbserie Schluss, müssten sich die Münchner im neuen Jahr mit Alba Berlin, Tofas Bursa und Cedevita Zagreb um eines von zwei Viertelfinal-Tickets streiten. Vorsichtig gesagt: Es könnte schlimmer kommen.

Allerdings dürfte die Bayern heute dann doch ein ungleich härteres Stück Arbeit erwarten als noch im Hinspiel am Bosporus, in dem man Galatasaray in dessen eigener Halle mit 86:69 überfuhr. Der Titelträger von 2016 zählt ja seit jeher zu den Vereinen, der vergleichsweise schnell personelle Konsequenzen zieht. Nach dem schlimmen Fehlstart in den Eurocup mit vier Niederlagen hat das, traditionell von den klubeigenen Kickern alimentierte Galatasaray auch in diesem Jahr schon die erste Korrektur vorgenommen. Der frühere NBA-Center Rakeem Christmas (Indiana Pacers) musste gehen, dafür holte der Traditionsklub den früheren Berliner Guard Jordan Taylor an Bord. Heraus sprang in der vergangenen Woche immerhin gleich einmal ein 91:81 bei Hapoel Jerusalem, mit dem sich Galatasaray überhaupt die Tür in Richtung Zwischenrunde offen hielt. Bayern-Trainer Sasa Djordjevic fand es einen Warnschuss: „Sie haben einen Weg zu Siegen gefunden, und Siege erhöhen das Selbstvertrauen.“

Ein Wiedersehen gibt es für die Münchner Basketball-Fans übrigens mit Alex Renfroe. Der US-Boy führte vor einem guten Jahr noch bei den Bayern die Regie eher er dann zum Euroleague-Klub FC Barcelona weiterzog. Nach dem Intermezzo in Katalonien heuerte er bei Galatasaray an, wo er mit im Schnitt gut acht Punkten und fünf Assists einer der Aktivposten dieser ersten Saisonphase ist.

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