München – Auf außerbayerischen Pfaden wandeln zwei Männer und eine Frau vom Münchner Kampfsportzentrum Steko. Marie Lang, Flamur Mehmeti und Michael Smolik treten am kommenden Samstag bei der Ran Fighting Gala in der Castello Arena in Düsseldorf an.
„Eigentlich bin ich ja eine Heimscheißerin, das heißt, ich trete gern daheim in München an“, meint Marie Lang lächelnd. Diesmal aber geht es nach Düsseldorf, wo sie um die Weltmeisterschaft in der Klasse bis 60 Kilo gegen die Nummer eins der WKU-Rangliste, die Engländerin Jessica Gladstone, antritt. „Mein erster Kampf vor dem Kampf ist das Gewicht“, meint die 30-Jährige, die normalerweise in der Klasse bis 62,5 Kilo antritt.
„Schuld“ an dem Auftritt in Düsseldorf ist Steko-Partner ProSiebenSat1, der mit „ran fighting“ bislang nur über ein digitales Produkt für Kampfsport verfügt hat. „Aber jetzt geht es in die Veranstaltungen rein“, berichtet Geschäftsführer Zeljko Karajica. Die erste Ran Fighting Gala sei der erste Schritt, wobei man nicht an einen Boxstall gebunden sein. „Wichtig sind die Zugpferde, so wie Marie Lang und Michael Smolik“, meint Karajica. Die Gala in Düsseldorf läuft in voller Länge kostenpflichtig im Internet, die Hauptkämpfe von Lang und Smolik werden ab 22.55 Uhr auf Sat.1 übertragen.
Mladen und Pavlica Steko, Inhaber des gleichnamigen Kampfsportzentrums in München, sehen die Sache positiv. „Für uns ist das Ganze eine Erleichterung, weil wir uns nicht mehr um alles kümmern müssen“, sagt Mladen Steko. „Neue Ideen geben neuen Schwung.“ Er freut sich, dass drei seiner Kämpfer die Chance bekommen, sich in Düsseldorf zu beweisen.
So zum Beispiel auch Junioren-Boxweltmeister Flamur Mehmeti. „Mit ihm wollen wir im Boxen hoch hinaus.“ Der 23-jährige Rodinger, der in Landshut studiert, tritt in einem Superfight, in dem es um wichtige Ranglistenpunkte geht, gegen Yassine Habachi an, einen Italiener mit marokkanischen Wurzeln. Der gebürtige Oberpfälzer freut sich auf den außerbayerischen Auftritt: „Wenn ich in Deutschland kämpfe, bin ich zuhause.“
Einen mächtigen Brocken bekommt Superschwergewichtler Michael Smolik in seinem WM-Kampf mit dem 1,97 Meter großen Engländer Daniel Sam vorgesetzt. „Wichtig in diesem Sport ist Demut, dass man keinen Höhenflug bekommt“, weiß der noch ungeschlagene Weltmeister im Thaiboxen K1. Er bekennt, „dass ich zuletzt mental ziemlich gebrochen war, aber jetzt fühle ich mich stärker als je zuvor“. So freue er sich auch auf den Vergleich mit dem bärenstarken Briten. Auch er habe kein Problem, außerhalb von München zu boxen: „Mit ist egal, wo ich antrete.“
Zum Schluss der Pressekonferenz hat Mladen Steko noch einen Mutmacher für „Heimscheißerin“ Marie Lang. „Du stammst doch aus Lego, da ist ja Düsseldorf gleich um die Ecke, dann boxt du ja quasi daheim“, meint ihr Trainer lachend. „Ja, dann ist ja alles gut“, entgegnet die Weltmeisterin grinsend.