Basketball

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von Redaktion

Bayerns Basketballer beweisen, dass sie Ausfälle wegstecken – nicht zuletzt dank Reggie Redding

VON Patrick Reichelt

München – Eine halbe Stunde danach war der Lärm der europäischen Nacht endgültig verklungen. Im Audi Dome war nur noch das sanfte Ploppen eines Balls zu hören. Kicker-Star Javi Martinez versuchte, natürlich im stilechten Basketball-Trikot, sein Glück am Korb. Nicht weit davon erklärte Reggie Redding gut gelaunt den 86:78-Erfolg seiner Basketballer des FC Bayern über Galatasaray Istanbul.

Der US-amerikanische Routinier war eine der Schlüsselfiguren gewesen an jenem Abend, an dem die Münchner im Eurocup die Zwischenrunde klarmachten. Seine 19 Punkte hatte er am Ende mit 10 Rebounds und sieben Assists garniert. Was für die denkbar schwer in Tritt gekommenen Bayern schon eine Lebensversicherung. Wobei Trainer Sasa Djordjevic wie auch Redding selbst („Hat keiner meine vier Ballverluste gesehen?“) bei seinem Routinier sogar noch Luft nach oben sah. „Er musste manchmal seinem Wurf noch mehr vertrauen“, sagte der Serbe, „egoistischere Spieler geben der Mannschaft manchmal noch mehr.“

Wobei Djordjevic Reddings Entwicklung trotzdem ganz gut gefallen dürfte. Im Vorjahr hatte sich der Mann aus Philadelphia gerade in großen Spielen gerne einmal unter dem Radar bewegt. Hatte erkennbar mit sich selbst gehadert, statt die Mannschaft zu führen. Aber in der neuen Saison ist Redding bislang da, wenn er gebraucht wird.

Und das hat schon so seine Bedeutung in dieser Phase, in der die Dinge für die Bayern mühsamer werden. In Vladimir Lucic (Mittelfußbruch) und Stefan Jovic (Handverletzung) konnt zuletzt gleich zwei Akteure nicht mitmachen, die in den Titelplänen im weiteren Verlauf dieser Saison Schlüsselrollen spielen sollen. In Maik Zirbes nimmt sich ein anderer dieser Tage seine individuelle Krise. Am Sonntag gegen Tübingen ließ sich der Center nach gut drei Minuten Einsatzzeit auswechseln und Djordjevic murrte: „Ich habe nicht die geringste Ahnung, was mit ihm los war.“

Gegen Istanbul dauerte Zirbes’ Arbeitstag nur gut zwei Minuten länger, zwei Punkte, zwei Fouls und ein Pass ins Leere war seine zweifelhafte Bilanz. Es wird sein Übriges tun, dass in Jovic der kongeniale Partner des Nationalspielers derzeit fehlt. der Coach allerdings wollte diesmal kein Problem sehen: „Es ist manchmal so, dass du die Rotation ändern musst“, sagte er, „alles ist gut.“

In der Tat ist es so, dass der Bayern-Kader derlei Ausfälle derzeit noch ganz gut auffangen kann. Anstelle von Zirbes stabilisierte Danilo Barthel das Spiel am Korb. Nihad Djedovic brachte mit viel Energie Schwung in die, im ersten Viertel (17:25) so so schläfrige Bayern-Defensive . Und dann war da eben Reggie Redding, der Punkte und Ideen beisteuerte, wo sie gebraucht wurden.

Am Sonntag dürfte dieses Konstrukt nun auf eine noch größere Probe gestellt werden. Um 17.30 Uhr sind dann im letzten Spiel vor der Länderspielpause die wieder erstarkten Bamberger im Audi Dome zu Gast. Befassen wollte sich zumindest Reggie Redding mit dem Bundesliga-Schlager lieber noch nicht: „Heute ist Galatasaray, Bamberg ist noch weit weg“, sagte er. Na dann.

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