von Redaktion

„Angepisste“ Münchner stecken bei den Haien einen Rückstand weg

München – „Ich bin angepisst, jeder ist angepisst“, sagte Don Jackson, Trainer des EHC München, am Freitagabend. Er gab eine ungewöhnlich lange Spielanalyse ab, schon das war ein Zeichen für seine Unzufriedenheit. Der Anlass war die 2:5-Heimniederlage gegen Schwenningen – und die ihr zugrunde liegenden Defizite in der Abwehrarbeit. Man weiß dann aber auch: Der amerikanische Erfolgscoach wird solche Sitten nicht einreißen lassen, meist folgt eine Reaktion.

Zu besichtigen war sie am Sonntag in Köln. Bei den Haien überzeugte der Meister der Jahre 2016 und 2017 mit einem 6:2-Sieg. Das Bemerkenswerte daran: Die Münchner mussten wieder mit einem Rückstand fertig werden.

Diesmal war es ein 0:2, innerhalb von 31 Sekunden (in der 11. Minute) trafen die Kölner durch Hanowski und Jones, erneut unterliefen Jacksons Mannen individuelle Fehler, gravierende Scheibenverluste – Einladung zum Konter. Doch sieben Sekunden vor Ende des ersten Drittels setzte Kahun mit dem Anschlusstreffer ein Zeichen des Willens – und das folgende Drittel gehörte dem EHC. Hager, Mauer und Macek sorgten dafür, „dass wir nach Rückschlägen auseinander fallen“, so Haie-Anführer Moritz Müller. Er versuchte, seine Truppe wachzurütteln, in dem er sich in der 42. Minute auf eine Schlägerei mit Steve Pinizzotto einließ, die ihm einen Cut überm linken Auge eintrug. Die Einlage bewirkte nichts, Köln ließ zwei weitere Gegentreffer (Macek, Christensen) über sich ergehen.

Heißestes Team in der der Deutschen Eishockey-Liga (DEL) sind die Schwenninger Wild Wings, die ihrem 5:2-Coup in München vom Freitag ein weiteres 5:2 folgen ließen – am Sonntag gegen Bremerhaven.

Der Aufschwung der Schwarzwälder, die seit ihrem Wiedereintritt in die DEL die Playoffs stets verpasst hatten, hat auch mit der Aufsteigerstoty von Dustin Strahlmeier zu tun. Der 25-jährige Torhüter weist eine Fangquote von 93,5 Prozent auf. „Er hat eine enorme Entwicklung genommen“, sagt Wild-Wings-Manager Jürgen Rumrich, „und die Mannschaft hilft ihm“.

Schwenningen steht in der DEL-Tabelle nun sogar vor den titelambitionierten und bestens ausgestatteten Adlern aus Mannheim. Deren 0:1 in Iserlohn war die zweite Niederlage in Folge. Der Druck auf Trainer Sean Simpson wächst. Nächster Gegner Mannheims ist am Dienstag der EHC München: anfällig, aber schnell wiedererstarkt. Wird interessant.  gük

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