Bayern zählen den Meister an

von Redaktion

77:68 im ersten Spitzenspiel mit Bamberg, das bereits mit sechs Punkten Rückstand in die Länderspielpause geht

VON PATRICK Reichelt

München – Das Duell der beiden deutschen Basketball-Giganten läuft in diesem Jahr genau genommen ja schon seit Sommer. Bamberg eiste Bayerns Kapitän Bryce Taylor los, die Münchner angelten sich den Bamberger Meister-Manager Daniele Baiesi. Und viel hätte offenbar nicht gefehlt und der FC Bayern hätte einen zweiten Schlag gelandet. Wie Präsident Uli Hoeneß dieser Tage verriet, hatte man Bambergs Final-MVP Fabien Causeur knapp vor der Unterschrift. Der Franzose wurde sogar am Tegernsee von Präsidenten-Gattin Susi bekocht – und entschied sich schließlich doch für Real Madrid. „Ich glaube, wir waren richtig nahe dran“, sagte Hoeneß.

Nun ja, bis auf Weiteres haben die Bayern im Muskelspiel mit dem nordbayerischen Rivalen die Vorteile weiter auf ihrer Seite. 77:68 (43:33) entschieden sie den ersten sportlichen Showdown für sich. Und gehen bereits mit sechs Punkten Vorsprung auf die Bamberger in die Länderspielpause. Trainer Sasa Djordjevic war entsprechend zufrieden. „Wir haben vor allem in der Defensive einen guten Job gemacht“, sagte er, „jetzt sind wir froh über die Pause. Es waren zum Teil einfach zu viele Spiele in den letzten Wochen.“

Wobei die Bayern eine Weile brauchten, bis sie so richtig drin waren im rasanten ersten Schlager dieser Saison. Ein Viertel lang wirkte der Meister stabiler und abgezockter. Bis erst Jared Cunningham per Dreier und Sekunden später Devin Booker mit einem spektakulären Alley oop den, mit 6700 Zuschauern natürlich ausverkauften Audi Dome erstmals zum Kochen brachte. Die versammelte Kicker-Prominenz inklusive. Franck Ribery etwa, im neckischen Goldjäckchen aufgetreten, war sogar so begeistert, dass er weite Teile der Partie mit dem Handy festhielt.

Mit einem 13:0-Lauf starteten die Gastgeber ohne Nihad Djedovic (Infekt), dafür aber mit Rückkehrer Stefan Jovic prompt ins zweite Viertel. Aus vier Punkten Rückstand wurden bald zehn Zähler Vorsprung. Das war schon mal eine Ansage einer Partie, die man eigentlich als Kampf um jeden Zentimeter erwartet hatte.

Der wurde es ja auch. Beide Seiten zeigten, dass sie mit europa-tauglicher Härte zu verteidigen wissen. Das nahm Tempo vom Scoreboard. Aber die wacher und bissiger wirkenden Bayern hielten den Rivalen auf Distanz.

Die Frage war: würde nun auch die Kraft entscheiden? Immerhin war Bamberg am späten Freitagabend noch in Mailand in der Euroleague gefragt. Es sah zunächst nicht so aus. Im Gegenteil, der Meister startete mit mehr Druck und Risiko in den Schlussabschnitt und brachte sich prompt wieder in Schlagdistanz. NBA-Veteran Dorell Wright versenkte zwei Dreier aus großer Distanz. Gut fünf Minuten vor Schluss war das Münchner Polster auf vier Punkte zusammengeschmolzen.

Die Arena am Westpark knisterte noch einmal, doch die Bayern ließen sich den so wichtigen Erfolg vor der Länderspielpause nicht mehr aus den Händen nehmen. Jared Cunningham, mit 17 Zählern erneut treffsicherster Bayer, blieb es vorbehalten, mit entschlossenem Zug zum Korb den Deckel auf das Spiel zu setzen. Der US-Boy ist übrigens jener Spieler, den die Bayern nach Fabien Causeurs Absage an Bord holten. Offenbar auch nicht die schlechteste Wahl.

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