Unterhaching – Drittliga-Neuling SpVgg Unterhaching spielt bisher eine starke Saison, aber die „Festung Sportpark“ bröckelt zunehmend. Dem 0:3 gegen Rostock im vorletzten Heimspiel folgte jetzt die Niederlage gegen Spitzenreiter Paderborn mit dem gleichen Ergebnis. „Wir haben verdient verloren, unser Ziel muss es sein, das Niveau von Paderborn zu erreichen“, räumte der Hachinger Trainer Claus Schromm ein.
Auch die personellen Schwierigkeiten belasten aktuell die Rot-Blauen: Neben den vielen Langzeitverletzten musste auch Uli Taffertshofer kurzfristig passen – muskuläre Probleme. „Uns fehlen derzeit vier verletzte Außenbahnspieler, das macht sich natürlich negativ bemerkbar“, bedauerte Schromm.
Die Gastgeber hatten stürmisch und mutig, aber zu umständlich begonnen. Der Tabellenführer zeigte, dass es einfacher geht. In der 11. Minute landete ein abgefälschter Weitschuss von Marlon Ritter im Hachinger Tor. 3000 Zuschauer konnten den Hachingern den Willen nicht absprechen, doch Einsatz allein reichte am Samstag nicht.
Nach dem Seitenwechsel knallte der Paderborner Torjäger Sven Michel das Leder an die Latte (48.). Aber auch der Hachinger Spielmacher Sascha Bigalke hatte in der 70. Minute Pech, dass sein Freistoß am Aluminium landete. „Da hätten wir den Ausgleich machen können, aber insgesamt waren die Paderborner schon stärker“, räumte Torjäger Stephan Hain ein.
Rivalen patzen auch
Der 13-fache Torschütze ging diesmal trotz hohen Einsatzes leer aus. Dafür bewies der Gast aus Paderborn Effektivität: In der 65. Minute köpfte Ritter zum 0:2 ein, kurz darauf sorgte Thomas Bertels mit dem 0:3 für den Knockout (72.). „Es war ein gutes und intensives Drittligaspiel, wir haben verdient gewonnen, aber vielleicht etwas zu hoch“, urteilte Gästetrainer Steffen Baumgart.
Schromm wollte nichts beschönigen: „Eine Spitzenmannschaft aus Paderborn hat uns heute gezeigt, dass wir noch Luft nach oben haben. Dies gilt besonders für die Defensive. Unverständlicherweise haben wir diesmal nach dem Rückstand einen Gang zurückgeschaltet.“
Es gab dann auch noch eine gute Nachricht für die zuletzt auswärts stärkeren Hachinger: Da auch die Konkurrenz patzte, beträgt der Rückstand auf Relegationsplatz 3 weiterhin drei Punkte. „Wir schauen sowieso nicht auf die Tabelle“, sagte Schwabl: „Mich interessiert in erste Linie die Entwicklung der Mannschaft und die ist weiter positiv.“ klaus kirschner
Unterhaching – Paderborn 0:3 (0:1). – Unterhaching: Müller – Bauer, Welzmüller, Winkler, Dombrowka – Stahl, Greger (76. Kiomourtzoglou) – Porath, Bigalke, Hagn (60. Schimmer) – Hain (83. Schels). – Paderborn: Zingerle – Boeder, Strohdiek, Schonlau, Herzenbruch – Soyak, Krauße (88. Wimmer) – Zolinski (64. Antwi-Adjei), Ritter (85. van der Biezen), Bertels – Michel. – Schiedsrichter: Müller (Löchgau). – Tore: 0:1 Ritter (12.), 0:2 Ritter (67.), 0:3 Bertels (70.). – Zuschauer: 3000. – Gelbe Karten: Hain – Krauße, Ritter, Herzenbruch.