Eine Legende – nicht nur, weil er vom Hund gebissen wurde

von Redaktion

Friedel Rausch, ein Kind der Bundesliga, ist 77-jährig verstorben – Er war die Hauptfigur in einem unvergesslichen Revierderby

Von Christian Hollmann

Luzern – Ein Hundebiss mitten im Spiel sicherte Friedel Rausch auf ewig einen Platz im Anekdoten-Schatz der Fußball-Bundesliga. Trotz der Wunde am Gesäß setzte der damalige Schalker Profi das Revierderby gegen Borussia Dortmund fort, die skurrile Szene blieb unvergesslich. Aber auch mit seinen Erfolgen als Trainer auf Schalke, in Kaiserslautern, Frankfurt und Luzern machte sich der gebürtige Duisburger einen großen Namen im Geschäft. Am Samstag ist Friedel Rausch in seiner Schweizer Wahlheimat im Alter von 77 Jahren an einem Herzversagen gestorben, wie seine Familie mitteilte.

„Der FC Schalke 04 wird Friedel Rausch stets ein ehrendes Andenken bewahren“, schrieb sein Ex-Klub in einem Nachruf. Nach seinen Anfängen als Spieler beim Meidericher SV war Rausch 1962 zu den Königsblauen gewechselt. 195 Partien in Ober- und Bundesliga bestritt er für die Gelsenkirchener.

Darunter auch jenes Spiel gegen den BVB am 6. September 1969, als ein Wachhund Rausch die Zähne in den Hintern bohrte. „Ich wusste gar nicht, wie mir geschah. Plötzlich rief einer, Vorsicht, die Hunde sind los. Da kamen schon die Höllenschmerzen“, erzählte Rausch später. Zuvor waren die Schalker durch Hansi Pirkner in Führung gegangen, voller Freude stürmten die Fans der Gäste im überfüllten „Stadion Rote Erde“ den Rasen. In diesem Chaos erwischte Schäferhund Rex erst Schalkes Gerd Neuser am Oberschenkel und dann Rausch am Hintern.

Weil Wechsel noch nicht erlaubt waren, ließ sich der Verteidiger eine Tetanusspritze geben und spielte weiter. „Aber die nächsten Nächte konnte ich nur auf dem Bauch schlafen.“, sagte Rausch. „Wenn ich in Deutschland oder speziell im Ruhrgebiet unterwegs bin, sprechen mich die Leute sofort auf diese Situation an.“

1976 übernahm Rausch als Cheftrainer die Schalker und führte sie in der Folgesaison zur Vize-Meisterschaft. Sein größter Erfolg war der Gewinn des UEFA-Cups 1980 mit Eintracht Frankfurt. Es folgten eine Reihe weiterer Engagements: Fenerbahce Istanbul, Kaiserslautern, Mönchengladbach, Nürnberg. „Er hat einen großen Fußabdruck in der Geschichte unseres Vereins hinterlassen“, twitterten die Lauterer, mit denen er 1994 Vizemeister wurde. Seine Laufbahn endete 2006 als Teamchef beim FC Luzern.

In den vergangenen Jahren hatte Rausch bereits große gesundheitliche Sorgen. So erlitt er bei einem Sturz vor seinem Haus (2015) schwere Kopfverletzungen, hatte zudem zwei Herzinfarkte und Lungenembolien.

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