Erst Walther, dann Lochner

von Redaktion

BSD-Bobs auf Kurs: Sieg des Berchtesgadeners krönt Vierer-Auftakt

Park City/München – Die Bilder im Moment des Triumphes sahen so aus, als sei Johannes Lochner der ganz große Wurf gelungen. Keine halbe Sekunde, nachdem der Brite Bradley Hall seinen Schlitten ins Ziel des Eiskanals von Park City gelenkt hatte und die Ziffer „3“ aufleuchtete, saß der Berchtesgadener auf den Schultern seiner Anschieber Marc Rademacher, Christopher Weber und Christian Rasp. Er feierte so, wie er auch seinen Weltmeister-Titel vor gut einem halben Jahr gefeiert hatte. Dabei handelte es sich ja „nur“ um den Sieg im zweiten Vierer-Weltcup der Saison. Und trotzdem kam die Freude nicht von ungefähr.

Am Samstag war Lochner beim Sieg von Nico Walther noch Vierter geworden, am Sonntag dann platzte der Knoten. „Wir können sehr zufrieden sein und so weitermachen“, sagte Rene Spies angesichts von zwei Siegen seiner Piloten in den ersten Vierer-Wettbewerben des Winters. Dem Bundestrainer ist aber auch nicht entgangen, „dass in diesem Jahr noch mehr Teams in die Spitze gestoßen sind“. Walther hatte bei seinem Sieg 0,03 Sekunden Vorsprung vor dem Kanadier Justin Kripps, Lochner distanzierte den US-Amerikaner Codie Bascue um gerade mal 0,05 Sekunden. Dass Francesco Friedrich als Viertplatzierter nur 0,16 Sekunden Rückstand hatte, zeigt die enorme Dichte.

Friedrich, Weltmeister im kleinen und großen Schlitten, ist nun der einzige Pilot, der noch auf einen Podestplatz in dieser Saison wartet. Walther war schon in der Vorwoche im Zweier erfolgreich und unterstrich mit seinem Sieg am Samstag, dass in der Olympia-Saison mit ihm zu rechnen ist. In Pyeongchang erwartet Spies „das härteste Olympia-Rennen der Geschichte“, ist aber optimistisch: „Wir zeigen gerade, dass wir sehr gut mithalten können.“ Ziel ist es, das medaillenlose Debakel von Sotschi vergessen zu machen.

Eine klare Nummer eins im deutschen Team gibt es nicht, auch der interne Konkurrenzkampf ist hart. Beim kommenden Weltcup in Whistler will Lochner seine Form bestätigen, ehe der Weltcup-Zirkus zurück nach Europa kehrt. Auch von den Frauen – Stefanie Schneider wurde in Park City gute Vierte – erhofft sich Spies weitere Podestplätze. Damit am Ende im Februar alle jubeln können wie Lochner. hanna raif

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