Das Jamaika-Aus im Sport

Merkel bangt um WM

von Redaktion

Die großen Schlagzeilen dieses Tages und dieser Ausgabe spielen sich natürlich nicht im Sport ab. Politik ist größer, das müssen wir anerkennen. Trotzdem wollen auch wir ein wenig mitmischen, wollen unser Ressort zusammenbringen mit dem von weiter vorne in der Zeitung und weiter oben im Internet. Für uns bedeutet das Platzen der Jamaika-Sondierungen: Merkel bangt um WM-Ticket.

Sie ist seit einiger Zeit ja eh nur noch geschäftsführende Kanzlerin, eine Art besserer Interimstrainer wie vor zwei Jahren Andre Schubert in Mönchengladbach, als Manager Max Eberl sich nicht entscheiden konnte, ob der ein neuer Favré ist oder nicht. Man könnte den obersten Amtsträger in unserem Lande, den Bundespräsidenten, nun mit der Samstagnachmittags-Bundesligafrage konfrontieren: „Herr Steinmeier, wird Frau Merkel nächste Woche noch auf der Bank sitzen?“ (Gibt ja eine Regierungsbank im Bundestag). Die Wahl vom September hatte den Auftrag der Regierungsbildung bedeutet, daher war Angela Merkel in ihrer Funktion als Bundeskanzlerin so sicher im WM-Kader für Russland wie Toni Kroos – nun auf einmal hat sie den Status von in etwa Mario Gomez. Fraglich.

Wenn Gomez nicht trifft, ist er nächsten Sommer nicht dabei. Wenn Merkel nicht regiert, ist sie im nächsten Sommer nicht dabei. So einfach ist das. Auf dem Kabinenselfie nach dem gewonnenen Endspiel (von nichts anderem gehen wir aus) wird dann jemand anderes stehen – und Oliver Bierhoff muss eine andere Kanzler-Nummer in sein Smartphone eintragen. Auch aus einem Motiv Özil/Özdemir wird nichts. Ein Außenminister hätte ein Final-Ticket bekommen; bei einem simplen Grünen-Vorsitzenden lacht die FIFA nur.

Was wir im Sport ja supergut können, ist spekulieren, wer Nachfolger von jemandem wird. Daher ein paar nächste Kanzlernamen: Spahn, Guttenberg, von der Leyen, Nahles, Schulzscholz – oder nach ihren Wintertransfers (1. bis 31. Januar) zur Union Kretschmann und Palmer. Da sind wir so forsch wie beim Benennen von Lewandowski-Backups.

Apropos FC Bayern. Jupp Heynckes hätte die vier Jamaika-Parteien geeint. Wer Hund und Katze eint und Bayern befriedet, würde auch Lindner zähmen.

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