Mannheim – Vertraut man dem Gesetz der Serie, hätte man den Ausgang des Spitzenspiels der Deutschen Eishockey-Liga (DEL) zwischen den Adler Mannheim und dem EHC München bereits nach knapp 13 Minuten prophezeien können. In dieser 13. Minute nämlich vollendete EHC-Stürmer Frank Mauer einen Konter mit einem feinen Tor. Und wann immer der Meister aus München in den ersten 22 Spielen der DEL-Saison mit 1:0 in Führung gegangen war, durfte er hinterher auch feiern.
Dieses Gesetz bestätigte sich auch am 23. Spieltag. In Mannheim setzte sich der EHC gestern Abend vor 9054 Zuschauern mit 4:1 (1:0, 0:1, 3:0) durch und erteilte zwei Tage nach dem 6:2 in Köln dem nächsten Rivalen eine Lektion, der vor der Spielzeit noch verkündet hatte, den EHC endlich entthronen zu wollen. Während der Tabellensechste Mannheim sich mit vielen Verletzten plagt und der Tabellenneunte Köln gar den Trainer ausgetauscht hat (auf Cory Clouston folgt Peter Draisaitl), führt München die Liga weiter an.
Dass sich aber auch im Spiel des Meisters Fehler finden, offenbarte sich gestern. Brooks Macek handelte sich die erste von mehreren unnötigen Strafen ein. Doch konnte Mannheim diese Fehler zunächst nicht bestrafen. Im Gegenteil: Das Führungstor erzielte Frank Mauer im Mannheimer Powerplay.
Bereits zuvor war der Nationalspieler vor Adler-Goalie Chet Pickard gescheitert. EHC-Verteidiger Yannic Seidenberg, in Mannheim einst zum Profi ausgebildet, verfehlte gar das leere Tor (11.).
Das ungeschickte Zweikampfverhalten der Münchner setzte sich auch im zweiten Drittel fort. Gleich drei Strafen kassierte der EHC binnen sechs Minuten. „Immer wenn man drei Strafen in einem Viertel erhält, ist das zu viel“, sagte Macek zu Telekomsport. Die vierte Überzahlsituation des Abends nutzte Luke Adam schließlich zum Ausgleich (35.).
Doch die Führung eroberte sich der EHC – ganz nach dem Gesetz der 1:0-Serie – im Schlussdrittel wieder zurück. Jason Jaffray (43.) traf nach guter Vorarbeit von Florian Kettemer, ehe Dominik Kahun (50.) und Michael Wolf (51.) die Partie entschieden. Dass mit Steven Pinizzotto ein weiterer Topstürmer gesperrt fehlte, machte sich in diesen Minuten nicht bemerkbar. Die Fans der Adler Mannheim dagegen mussten nicht nur mitansehen, wie München davonzog, sondern auch wie sich mit Torhüter Chet Pickard der nächste Spitzenspieler verletzte.