Zurück zu den Wurzeln

von Redaktion

Tibor Pleiß muss heute mit Valencia in der Euroleague ran

München – Immerhin: Diese eine Reise wird Tibor Pleiß mal wieder mit einem Lächeln antreten. Mit Bamberg verbindet der Center des BC Valencia zu gute Erinnerungen. Es ist der Platz, der aus dem Ausnahme-Talent einst den gestanden Profi Pleiß gemacht hatte. Für zwei Tage kehrt der 28-Jährige nun also dorthin zurück. Heute Abend (20.00 Uhr) muss er mit seinen Kollegen in der Euroleague beim Deutschen Meister ran.

Gleich drei Nationalmannschaftskollegen wird er mit Maodo Lo, Patrick Heckmann und Lucca Staiger bei dieser Gelegenheit wiedersehen. Und das ist insofern schon bemerkenswert, als sich die deutsche Auswahl eigentlich gerade in Chemnitz für das WM-Qualifikationsspiel am Freitag gegen Georgien fit trimmt. Aber Pleiß und Co. sind nicht dabei. Nicht weil sie das nicht wollen, sondern weil sich der Dachverband FIBA und die Euroleague nicht auf einen gemeinsamen Spielplan einigen konnten. „Das ist einfach nur traurig“, sagte Pleiß, „weil wir als Spieler zwischen den Stühlen stehen.“

Der gebürtige Kölner hatte sich zuletzt ja mit Neu-Bundestrainer Hendrik Rödl auf eine Rückkehr geeinigt. Bei Rödls Vorgänger Chris Fleming war er in Ungnade gefallen, weil er den DBB-Tross während der EM-Qualifikation verlassen hatte, um sich nach dem Scheitern seines NBA-Experiments bei den Utah Jazz auf Jobsuche zu begeben.

Das hat den 2,18-Meter-Riesen zeitweilig in ein ungünstiges Licht gerückt. Dabei hat er letztlich gemacht, was die Euroleague-Spieler in dieser Woche allesamt machen: Er hat sich für den Klub entschieden. Wobei er nach einem Intermezzo bei Galatasaray Istanbul erst jetzt wieder sein Glück zu finden scheint. Bei Spaniens Champion Valencia bekommt er Vertrauen. Alleine in der Euroleague sammelte Pleiß in durchschnittlich gut 19 Minuten fast elf Punkte und fünf Rebounds ein. Auch zuletzt bei der allerdings heftigen 71:89-Pleite in Barcelona war er mit 13 Punkten der Verlässlichste seines Teams.

In dem familiären Klub fühlt er sich wohl. Wenn alles normal läuft, wird er dank seines 1+1 Vertrages wohl auch die nächste Spielzeit in der Mittelmeerstadt verbringen. Doch sein Blick geht auch in die Heimat, das Geschehen in der Bundesliga verfolgt er ziemlich genau. Er hat auch registriert, dass mit dem FC Bayern ein deutscher Klub dauerhaft in die Euroleague strebt. Die Münchner sollen sich in der Vergangenheit schon heftig um Pleiß bemüht haben, gut möglich, dass der Flirt früher oder später seine Fortsetzung findet. Auch wenn sein Herz momentan noch eher für Bamberg schlägt. „Ich habe dort drei wunderschöne und erfolgreiche Jahre verbracht“, sagte er – auch mit Blick auf optimale drei Meistertitel und drei Pokalsiege, die er dabei mit einspielte.

Noch etwas, woran er sich heute Abend in der Bamberger Arena erinnern wird. Vermutlich sogar mit einem Lächeln. Patrick Reichelt

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