Rosenheim – Wiedergutmachung für das 0:2 in Burghausen hatte Daniel Bierofka von seinen Löwen eingefordert. Nach schwacher erster Halbzeit und einem 0:1-Rückstand reichte es gestern in Rosenheim immerhin zu einem 1:1. „Es war ein sehr emotionales Spiel“, bilanzierte der Coach des TSV 1860: „Nach dem Rückstand war es nicht leicht, auf dem schweren Boden das Spiel zu kontrollieren. Die Mannschaft hat eine Reaktion gezeigt. Mir hat gefallen, wie wir gekämpft haben.“
Mit 45 Punkten liegen die Sechziger vor dem letzten Punktspiel des Jahres gegen Schalding-Heining (Freitag, 19 Uhr) vier Zähler vor Nürnberg II. Auch Ingolstadt II (39 Punkte) und Schweinfurt (38) rechnen sich noch Chancen aus; die Bayern (36) sowieso, wie Karl-Heinz Rummenigge auf der Jahreshauptversammlung des FCB verkündete: „Der heiße Atem des FC Bayern kommt immer näher.“ Kaum ein Team sehnt die Winterpause mehr herbei als Tabellenführer 1860.
Bierofka bot gestern jene Startelf auf, die auch gegen Buchbach gespielt hätte, wäre nicht mit dem Flutlicht das ganze Spiel ausgefallen. Markus Ziereis fand sich auf der Bank wieder, dafür durfte Christian Köppel ran. Für Akzente sorgte aber zunächst die Rosenheimer Offensive.
Nach einer Ecke kam Lenz frei zum Kopfball, Marco Hiller (5.) wehrte den Ball nach vorne ab, Köppel bekam den Nachschuss ins Gesicht. Danach entschärften die Gäste die Situation. Rosenheim trat giftig auf. Die Löwen hatten auf dem vom Schneeregen aufgeweichten Untergrund Probleme, ins Spiel zu finden.
Nach 15 Minuten lag trotzdem das 0:1 in der Luft: Ecke von Kindsvater, doch Köppel traf nur die Latte. Das spielerische Niveau war dürftig, die Partie von Emotionen und Nickligkeiten geprägt. Wenn die Löwen gefährlich wurden, dann durch Standards.
Hiller verhinderte in der 38. Minute gegen Räuber den Rückstand. Wenig später war auch der starke 1860-Keeper chancenlos. Nach einem Freistoß kam der Ball zu Philipp Maier, der hinter der Strafraumgrenze abzog und die Kugel in den Winkel jagte (44.). Die 1:0-Pausenführung für Rosenheim war verdient.
Nach dem Wechsel brachte Bierofka Ziereis für Kodjovi Koussou, und der Stürmer stand direkt im Mittelpunkt. Nach einer Ecke legte Ziereis gekonnt auf Köppel ab, der aus 22 Metern zum 1:1 ins entfernte Eck traf (48.). 1860 war nun besser im Spiel. Chancen blieben aber auch in der Folge Mangelware.
Erst in der Schlussphase übernahmen die Löwen gegen müde werdende Gastgeber die Kontrolle und wurden gefährlicher. Die größte Chance vergab Karger alleine vor Stockenreiter (80.). Fünf Minuten später hatte Ziereis den Siegtreffer auf dem Fuß, doch anstatt zu schießen, legte er quer auf Karger.
Torschütze Köppel stieg mit gemischten Gefühlen in den Bus zurück nach München: „Klar freut mich mein Treffer, aber es trübt die Stimmung, dass wir keinen Dreier eingefahren haben.“ Kapitän Felix Weber fiel es noch etwas schwerer, mit dem 1:1 zu leben: „Ich bin mit dem Ergebnis unzufrieden“, sagte er: „Auf so einem Platz in Rückstand zu geraten, ist nicht gut. Wir hätten das Siegtor machen müssen, aber die Dinger gehen gerade nicht rein.“
Das Schlusswort sprach Rosenheims junger Trainer Tobias Strobl. „Wir müssen uns für den Punkt nicht entschuldigen“, sagte er.