Vettel sichert sich den Trostpreis

von Redaktion

Platz drei beim Saisonfinale der Formel 1 in Abu Dhabi beschert dem Ferrari-Star die Vize-Weltmeisterschaft – Bottas siegt vor Hamilton

Von Christian Hollmann

Abu Dhabi – Aus dem erhofften Final-Sieg wurde nichts – immerhin aber hat sich Sebastian Vettel beim Saisonabschluss der Formel 1 die Vize-Weltmeisterschaft geholt. Dem deutschen Ferrari-Star genügte am Sonntag beim Schlussakt auf dem Yas Marina Circuit beim Sieg von Valtteri Bottas eine blasse Fahrt auf Rang drei, um sich nach 20 WM-Läufen den zweiten Platz der Gesamtwertung hinter dem bereits gekürten Champion Lewis Hamilton zu sichern.

„Nach drei, vier, fünf Runden habe ich gemerkt, es geht einfach nicht schneller, die zogen weg“, sagte Vettel über die Silberpfeile. „In der zweiten Hälfte des Rennens war ich dann schneller, konnte aber auch da nicht mithalten.“ Mit einer Kampfansage verabschiedete Vettel seinen Rivalen Hamilton dann in die Winterpause. „Wir werden das Unsere tun über den Winter und stärker zurückkommen“, kündigte er an.

Der Finne Bottas raste mit einer tadellosen Leistung zu seinem dritten Saisonsieg vor seinem Mercedes-Kollegen Hamilton, hatte in der Endabrechnung aber zwölf Punkte Rückstand auf Vettel. Zufrieden war Bottas dennoch. „Das ist ein wichtiger Sieg für mich nach einer schwierigen Phase in der zweiten Hälfte des Jahres“, resümierte der Mann aus Nastola.

Nico Hülkenberg fuhr trotz einer Fünf-Sekunden-Strafe wegen Abkürzens auf Rang sechs und schob Renault damit auf Position sechs der Konstrukteurwertung, was dem Rennstall rund sieben Millionen Euro mehr aus dem Vermarktungstopf einbringt. Sauber-Mann Pascal Wehrlein kam in seinem wohl vorerst letzten Formel-1-Grand-Prix auf Platz 14. Felipe Massa holte für Williams bei seiner Abschiedsvorstellung in seinem 269. Rennen sogar noch einen Zähler und drehte danach rauchende Kringel in den Asphalt.

Schwung holen für 2018, so lautete Vettels Devise beim Saison-Finale. „Jeder will zum Schluss nochmal zeigen, was man kann. Das letzte Rennen ist immer das, an das man sich am meisten erinnert“, sagte der Heppenheimer vor dem letzten Rennen – und hätte nichts gegen einen ähnlichen Schub gehabt wie Nico Rosberg nach Hamiltons vorzeitigem Titelgewinn 2015. Damals gewann der Wiesbadener die letzten drei Saisonrennen und fasste dies als Antrieb auf für seinen WM-Triumph im Folgejahr, ehe er überraschend zurücktrat.

Vettel hatte jedoch in Abu Dhabi keine Chance gegen die Silbernen. Beim Start kam Pole-Mann Bottas ebenso gut weg wie Hamilton als Zweiter, Vettel blieb dahinter und ging im Ferrari als Dritter in die erste Kurve. So blieb die Reihenfolge dann auch.

Hülkenberg bekam früh Ärger mit den Rennkommissaren nach einem Zweikampf mit Force-India-Mann Sergio Perez. Der Emmericher beschwerte sich, dass ihn der Mexikaner im Positionskampf abgedrängt habe. Die Stewards entschieden aber auf eine Fünf-Sekunden-Strafe für Hülkenberg, da er sich einen regelwidrigen Vorteil durch das Verlassen der Strecke verschafft habe. Ein missglückter Boxenstopp mit einer streikenden Radmutter kostete ihn dann weitere Zeit. Dennoch schaffte er es noch auf den sechsten Rang.

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