Doping-Betrüger Russland

Raus aus Olympia!

von Redaktion

Am kommenden Dienstag wird es sehr unangenehm für das Internationale Olympische Komitee. Da nämlich muss die Welt-Dachorganisation des Sports entscheiden, ob es Russland zulassen wird für die Winterspiele im Februar in Pyeongchang. Und nach Lage der Dinge muss der Spruch lauten: Der Gastgeber der Spiele von Sotschi 2014 wird von der Teilnahme 2018 ausgeschlossen.

Die Begründung ist denkbar einfach: Die Russen haben in Sachen Doping vor vier Jahren betrogen, dass sich die buchstäblichen Balken bogen. IOC-Sonderermittler McLaren war in seiner umfangreichen Untersuchung zu dem Ergebnis gekommen, dass es einen „staatlich diktierten Doping-Plan“ gegeben habe – mit Beteiligung des russischen Sportministeriums „jenseits aller vernünftigen Zweifel“.

Die darauf folgende Lawine von Sperren ertappter russischer Sportler ist inzwischen auf 19 angewachsen. Dopingsünder werden dieser Tage fast schon routinemäßig und im Paket überführt und gesperrt.

Kämen diese Sportbetrüger nun – sagen wir mal – aus Malta, Mexiko oder der Mongolei, stünde das IOC vor einer einfachen Entscheidung. Weil sich aber die massiven Vorwürfe ausgerechnet gegen Russland richten, wird der eigentlich unumgängliche Ausschluss zu einer höchst heiklen Angelegenheit. Denn Russland ist eine Sport-Großmacht. Es hat sich die Spiele unter massiver Einflussnahme seines Präsidenten Putin Milliarden kosten lassen und seine Gäste aus aller Welt, allen voran IOC-Präsident Bach, fürstlich empfangen. Jetzt wehren sich die Russen mit erwartbarer Argumentation („politisch motiviertes Vorgehen“) gegen das wahrscheinlich Unvermeidliche. Es läuft ein unglaubliches Schmierentheater. Alle Welt weiß das, auch Russland. Doch das offensichtliche Lügengebäude einstürzen lassen will es unter keinen Umständen.

Bach und das IOC setzt diese hanebüchene Hartnäckigkeit unter maximalen Druck. Und deshalb ist schwer vorhersagbar, was am Dienstag passieren wird – und in den Wochen danach bis zu den Winterspielen im Februar. Zerreißprobe ist der mindeste Begriff, der beschreiben kann, in welchem Zustand der internationale Sport sich gerade befindet.

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