München – Vor dem letzten Löwen-Heimspiel 2017 geht die Stadiondebatte weiter. Im Stadtrat herrscht Unmut über die Rathaus-Verwaltung. Der Grund: Unabhängig von der beschlossenen Erhöhung der Zuschauerkapazität auf 15 000 zur Saison 2018/19 bleibt die Frage ungeklärt, welches Fassungsvermögen denn maximal möglich ist.
Die CSU-Fraktion hat nun per Antrag angefragt, wie viele Zuschauer das Grünwalder Stadion verträgt, ohne den Bestandsschutz zu gefährden. Die CSU will überdies wissen, welche Sanierungs- und Sicherheitsmaßnahmen dafür notwendig wären – und zu welchen Kosten. Bisher blieb das Baureferat Antworten auf die Fragen schuldig.
Der Sportausschuss zeigte sich am Mittwoch auch verwundert, wieso eine Erhöhung auf 15 000 Zuschauer plötzlich so kurzfristig und kostengünstig möglich sei, „wo doch jahrelang seitens der Verwaltung kundgetan wurde, dass eine Erhöhung über 12 500 hinaus nicht gangbar sei“, wie die CSU anmerkte. Nun heißt es, in der Westkurve spreche statisch nichts dagegen – die Stadt beharrte demnach nur wegen Lärmschutz und Sicherheit auf dieser niedrigeren Zahl. Bei Öffnung der kompletten Westkurve wären schon jetzt 18 500 Zuschauer möglich.
Kristina Frank, stellvertretende Fraktionsvorsitzende der CSU, erklärte: „Die Fans verdienen verlässliche Aussagen von Verwaltung und Politik.“ Verena Dietl, sportpolitische Sprecherin der SPD, zeigte sich erfreut, dass der Umbau endlich beschlossen sei. Sie fordert aber auch, eine weitere Ausweitung der Kapazität zu prüfen: „Wir wollen die Voraussetzungen dafür schaffen, dass die Sechzger dauerhaft eine Heimat in Giesing haben.“ klaus vick