Leipzig – Die Fußball-Drittligisten haben sich gegen einen Schnellschuss bei der anstehenden Auf- und Abstiegsreform der Regionalliga ausgesprochen und stattdessen die Bildung einer Expertenkommission gefordert. Diese solle unter Einbeziehung der 3. Liga nachhaltige, sportlich und finanziell faire Lösungen der Strukturprobleme der Ligen unterhalb der drei bundesweiten Ligen erarbeiten, hieß es gestern in einer Erklärung der 20 Klubs.
Auf dem Außerordentlichen Bundestag des DFB soll am 8. Dezember eine Entscheidung fallen. Seit Jahren gibt es Kritik, dass kein Regionalliga-Meister direkt in die 3. Liga aufsteigt – von fünf steigen derzeit nur drei nach Relegationsspielen auf. DFB-Präsident Reinhard Grindel plädiert für zwei direkte Aufsteiger aus den Regionalligen West und Südwest. Die Meister aus dem Norden, Nordosten und Bayern sollen zwei weitere Aufsteiger ausspielen. Aus den Landesverbänden gibt es unterschiedliche Vorschläge, unter anderem die Reduzierung auf vier Regionalligen. „Ich hoffe, dass es dazu noch vor dem Bundestag einen Konsens gibt“, sagte Grindel.
Gegen Grindels Idee wehren sich die Drittligisten. Ein solcher Beschluss hätte auch fatale Folgen für die DFB-eigene 3. Liga. Im September übergaben die Drittliga-Klubs einen Forderungskatalog an den DFB, der neben vier Regionalligen mit direktem Auf- und Abstieg weitere Punkte zur strukturellen Verbesserung der 3. Liga enthält. Bis jetzt habe sich der Verband nicht geäußert. dpa