Köln – Trainer Peter Stöger hat mit deutlich spürbarer Verärgerung und Enttäuschung die Entwicklung beim Fußball-Bundesligisten 1. FC Köln kritisiert und Klarheit über seine Zukunft eingefordert. „Wir haben uns schon von ein paar Werten, die wir in den letzten Jahren gelebt haben, wie zum Beispiel Vertrauen, Respekt und Verantwortung ein Stück weit losgelöst“, sagte der Österreicher am Donnerstag. Der Austausch mit Geschäftsführer Alexander Wehrle sei „außergewöhnlich gut. Aber es ist leider im Moment schwierig, diese Werte beisammen zu halten. Und das geht leider Gottes in alle Bereiche. Da haben wir in der ganzen Besetzung ein bisschen Nachholbedarf.“
Das größte Problem derzeit sei die Unsicherheit monierte der Trainer des Tabellenletzten, der von der Vereinsführung selbst nur eine Jobgarantie für das nächste Ligaspiel am Samstag beim FC Schalke 04 bekommen hat. „Ich könnte mit jeder Entscheidung leben. Aber es muss eine her“, forderte Stöger: „Das wäre auch für mich wichtig. Aber entscheidend sind die Spieler und der Staff. Dort herrscht richtige Unsicherheit. Diese Ungewissheit ist ein Szenario, das nicht optimal ist.“
Er habe „das Gefühl, dass wir in einer Situation sind, in der Klarheit das oberste Gebot sein sollte“, sagte Stöger: „Es wäre gut, klare Aussagen zu treffen, weil diese Sicherheit gibt. Diese Sicherheit ist derzeit nicht ganz zu fühlen.“ Von der FC-Führung sind jedoch weiter keine klaren Worte zu hören. Vizepräsident Toni Schumacher bestritt, dass es eine Gnadenfrist für Stöger gebe: „Solange wir den Eindruck haben, dass die Konstellation aus Trainer und Mannschaft funktioniert und man an einen gemeinsamen Erfolg glaubt, werden wir an diesem Trainer festhalten.“
Derweil bekräftigte Stöger, dass er auf die Dienste von Fitnesscoach Yann-Benjamin Kugel keinen Wert mehr lege. Die Gründe dafür lägen ausschließlich im „zwischenmenschlichen Bereich“, versicherte der Trainer. Der Athletikcoach der deutschen Nationalmannschaft soll hinter Stögers Rücken Stimmung gegen den Chefcoach gemacht haben. dpa