Ehrliche Regionalliga-Reform

Bayern muss weichen

von Redaktion

Na, das wird ja ein Spaß für die DFB-Arbeitsgruppe, die sich bis zum Bundestag 2019 ausdenken soll, wie man aus fünf Regionalligen vier macht. Was ein Regionalverband (oder mehrere, die sich geografisch verbunden fühlen; es gibt 21, mehr als Bundesländer) einmal erreicht hat, will er nicht hergeben.

Der Prozess der Reduzierung wird aber nur funktionieren, wenn man bereit ist, Wahrheiten zu benennen und anzuerkennen. Diese Wahrheit ist: Es gibt eine überflüssige Regionalliga. Jetzt schon, zwei Jahre, bevor die Reform greifen soll. Es ist die bayerische.

Man braucht sich nur die Namen der fünf Regionalligen anzuschauen: Südwest, Nord, West, Nordost – alles Bezeichnungen größerer Flächen und Verbands-Mix-Gegenden. Dagegen: Bayern. Identisch mit Bundesland und Verband.

Dr. Rainer Koch ist ein einflussreicher Funktionär im deutschen Fußball. So etwas wie der erste Vize im DFB, der natürliche Präsident-Grindel-Vertreter. Zudem steht er dem Süddeutschen und dem Bayerischen Fußball-Verband vor. Dass Bayern bei Schaffung der Regionalligen (2010) eine eigene Staffel bekommen hat, ist immer schon der Macht Kochs zugerechnet worden.

Dr. Koch macht gerne die Rechnung auf, dass sein BFV, wäre er eigenständig und Repräsentant eines Staats, achtgrößte UEFA-Nation wäre. 1,6 Millionen Mitglieder, stolze Zahl. Schon wahr, doch man muss sie relativieren. Es bringt ja der FC Bayern schon fast 300 000 Mitglieder ein – von denen die allermeisten mit der Mitgliedschaft nur ein Lebensgefühl kaufen und die vage Chance haben wollen, mal eine Eintrittskarte für ein Spiel zu bekommen. Klassisch gelebte Mitgliedschaften sind das nicht, für die Basis und den Amateurfußball stehen sie nicht.

Die Regionalliga Bayern lebt diese Saison von den Münchner Löwen. Sind sie weg, bleibt eine tote Liga mit ein paar zweiten Mannschaften und einigen netten Provinzklubs wie Buchbach, Pipinsried, Schalding-Heining, Seligenporten, die man zu einem Semiprofitum zwingt, das sie nicht brauchen. In einer Bayernliga wären sie bestens aufgehoben.

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