Wer kennt das nicht? Kaum ist die sogenannte staade Zeit angebrochen, ist das Leben noch hektischer als in den elf Monaten vorher. Geschenke kaufen, von Feier zu Feier rennen, Festmahl vorbereiten – eine einzige Hetze ist das. Und was sollen da erst jene Instanzen sagen, die traditionell mit Rentieren und Schlitten unterwegs sind, um die braven Kinder auf dem Globus mit Geschenken zu versorgen? Trotzdem – oder gerade deswegen – haben sich im brandenburgischen Michendorf genug Nikoläuse gefunden, um gemeinsam um die Wette zu laufen. Mehr als 1100 Teilnehmer zählten die Veranstalter beim 9. Nikolauslauf (über wahlweise 2,5, fünf oder zehn Kilometer), alle vorschriftsmäßig gekleidet. Fast alle, besser gesagt. Einer erlaubte sich die Freiheit, zumindest optisch ein wenig aus der Reihe zu tanzen. Ungeniert griff er zum blauen Samtmantel und ließ sogar die obligatorische Mütze weg. Oder war der blaue Nikolaus am Ende nur ein nach Brandenburg verirrter Sechziger-Fan? ulk / Foto: dpa