Die Wege haben sich schon mal gekreuzt, was zwar eine Weile her ist, Zeitzeugen aber bis heute unangenehm in Erinnerung blieb: Als der FC Bayern 1997 in der Gruppenphase der Champions League Besiktas Istanbul zwei Mal 2:0 schlug, leistete sich der Münchner Anhang beim Spiel im Olympiastadion eine Geschmacklosigkeit. Um die türkischen Gäste zu verhöhnen, hielten Geistlose Plastiktüten einer Billigsupermarktkette hoch. „Rassismus auf der Tribüne“ titelte tags darauf die „Hürriyet“, von einem großen Klub wie Bayern habe man so etwas nicht erwartet. Tröstlich war, dass die Zeitung Anrufe von Deutschen erhielt, die sich entschuldigten.
In der Hoffnung, dass sich Geschichte nicht wiederholt, lässt sich das Motiv von einst in die Neuzeit umdeuten: Der FC Bayern ist mit diesem Los günstig davongekommen. Bei allem Respekt vor Besiktas: Es hätte schwerere Aufgaben gegeben. Das deutsch-türkische Duell ist nicht das, das die Fans in diesem Achtelfinale elektrisiert. In der ersten K.o.-Runde 2018 wird der Fokus vor allem die Begegnungen zwischen Real Madrid und Paris St. Germain heranzoomen. Auch das Kräftemessen zwischen dem FC Barcelona und Chelsea übt Reiz aus.
Bei Real Madrid gegen Paris steht einmal mehr das liebe Geld mit auf dem Platz. Reich gegen Neureich – und der Titelverteidiger hat die Chance, gegen den Emporkömmling zu beweisen, dass der Zyklus von Cristiano Ronaldo und Kollegen noch nicht vorbei ist. Für Neymar und den französischen Meister bedeutet die Partie die heißeste Feuerprobe auf dem Weg in die Weltspitze. Beide Klubs kommt diese Auslosung teuer zu stehen. Aber es kann ja nicht jeder so günstig davonkommen wie der FC Bayern.