München – Eine seiner größten Entdeckungen grüßt auf Instagram vom Fuße des Burj Khalifa in Dubai. Timo Gebhart, 28, einst von Wolfgang Schellenberg entdeckt und geformt, bereitet sich in der Wüstensonne auf sein Comeback im Team der Löwen vor. Kehrt er am Ende des achttägigen Camps zurück, wird sein Mentor, der ihn 2006 zum U 17-Meister coachte und im Juli zur Rückkehr überredete, über alle Berge sein. In einer Presseerklärung zum Abschied des Junioren-Chefs kamen gestern fast alle zu Wort (s. links): Fauser, Schellenberg selbst, auch Fußball-Chef Roman Beer. Nicht geäußert hat sich der Präsident: Robert Reisinger.
Dafür stand das Vereinsoberhaupt den Lesern des Münchner Wochenanzeigers Rede und Antwort. Gegenüber dem 1860-affinen Medium äußerte sich Reisinger zu anderen brisanten Themen. Unter anderem nahm er zur Frage Stellung, ob Hasan Ismaik das alleinige Sagen haben werde, wenn – wie vom Investor angestrebt – 50+1 eines Tages fallen sollte? In diesem Fall gelte als vereinbart, so Reisinger, „dass die Geschäftsführungs-GmbH von der HAM International Ltd. zu einem Symbolpreis übernommen werden kann. Die Geschäftsführungs-GmbH gehört zu 100 Prozent dem Verein. Über dieses Konstrukt wird aktuell die Einhaltung von 50+1 sichergestellt. So sind die Fakten.“
Eine andere Frage betraf die Finanzierung der 3. Liga – für den Fall, dass die Löwen, wie von allen angestrebt, im Mai aufsteigen sollten. Fauser habe einen testierten Wirtschaftsplan „für zwei Jahre“ erstellt, so Reisinger. Dieser schließe einen möglichen Aufstieg „ausdrücklich ein“. Der Hintergrund der Frage ist einleuchtend, schließlich war es ja Ismaik selbst gewesen, der seinem Klub am 2. Juni die Mittel für einen Drittliga-Etat vorenthalten hatte. Damals wären knapp 11 Millionen Euro nötig gewesen, um die Lizenz zu erhalten. Im Sommer 2018 wäre wohl „nur“ eine Summe im Bereich von 2 bis 3 Millionen fällig. Der Grund: Geringere Gehälter – und eine insgesamt gesündere Ausgabenstruktur.
Geäußert hat sich der Präsident auch zum nahenden Abschied des erst im Sommer geholten KGaA-Chefs. „Herr Fauser beendet sein Interimsmanagement zeitnah“, bestätigte Reisinger erstmals öffentlich: „Gleichzeitig werden die Gesellschafter zusammen einen geeigneten Nachfolger vorstellen.“ Favorit: Fausers „Rechte Hand“ Michael Scharold, zuletzt schon für die KGaA-Finanzen zuständig.
Reisingers Vorgabe für die Zukunft: „Für uns als Gesellschafter ist unabdingbar, dass auch ein künftiger Geschäftsführer den eingeschlagenen soliden kaufmännischen Kurs fortführt.“ Dass dazu auch Einsparungen im Jugendbereich gehören – siehe Schellenberg – muss der Löwen-Fan wohl hinnehmen.