Nils Petersen hat bemerkenswerte Tage hinter sich. In der vergangenen Woche gab der Freiburger ein wohltuend erfrischendes Interview, in dem er sich und die Szene in ungewohnter Präzision analysierte. Mit dem geistigen Niveau sei es nicht weit her, sagte er, es gäbe wenige belesene Kollegen, auch er selbst verblöde seit zehn Jahren, seitdem er als Profi auf Torjagd geht. Die Zuschauer auf der Tribüne in der Unistadt Freiburg seien ihm intellektuell weit voraus, sagte Petersen, der mit einer Studentin zusammen ist und beim Spazierengehen gerne mal mit ihren Kommilitonen plaudern würde – aber immer, wenn sie erfahren, dass er ein Fußballer ist, wollen sie stets nur über seinen Beruf reden. Trösten dürfte ihn, dass er mit klarem Kopf auf dem Platz unterwegs ist: Drei Treffer am Sonntag gegen Köln, nun das Siegtor beim 1:0 gegen Gladbach – so hat man ja auch etwas zu erzählen. awe