Zum Sieg getanzt

von Redaktion

Eishockey-Meister EHC München setzt seine Erfolgsserie mit einem 3:2 gegen Krefeld fort

Von Christopher Meltzer

München – Wenn Dominik Kahun über das Eis skatet, sieht das manchmal so aus, als würde er tanzen. Der Stürmer des EHC München beherrscht das Schlittschuhfahren wie nur wenige Profis der Deutschen Eishockey-Liga (DEL). Gestern Abend führte Kahun in der Olympia-Eishalle einen besonders schwungvollen Tanz auf. Hinter dem Tor der Krefelder Pinguine drehte er sich gleich dreimal. Die Links-Rechts-Links-Kombination ließ alle Krefelder Verteidiger ins Leere rasen. Und weil der Münchner den Puck dann noch mit einem Rückhandpass zu Sturmpartner Jason Jaffray weiterleitete, der ihn mühelos ins Tor beförderte, durfte der Eistänzer Kahun vor der eigenen Fankurve einen Sonderapplaus genießen.

Kahuns Kunststück trug dazu bei, dass der EHC sich vor 3060 Zuschauern mit 3:2 (1:1, 0:0, 1:1, 1:0) gegen Krefeld durchsetzte. Weil der 23. Saisonsieg des Meisters jedoch im Penaltyschießen erfolgte, fehlte ihm ein wenig die Eleganz. Und trotzdem reihte er sich ein in die Münchner Siegesserie, die seit nun schon sieben Spielen anhält.

Nun hatte man dem Tabellenzwölften Krefeld nicht unbedingt zugetraut, den Tabellenführer zu überrumpeln. Die Pinguine zeichnen in dieser Saison große Formschwankungen aus. Das vergangene Wochenende lieferte da das beste Beispiel: Nachdem sie am Freitag mit 0:7 in Mannheim untergegangen waren, führten sie Ingolstadt am Sonntag mit 7:3 vor.

In München erwiesen die Pinguine sich als unangenehmer Gegner. Es dauerte nur knapp sechs Minuten, da überlistete Nicolas St-Pierre EHC-Torwart David Leggio in Überzahl mit einem Schlenzer ins rechte Kreuzeck. Kahun musste dann schon sein Tänzchen aufführen, um Jaffray den Ausgleich zu ermöglichen (9.).

Doch Krefeld konterte fortan geschickt. Um den Rückstand zu verhindern, musste Leggio sich Dragan Umicevic zweimal mutig entgegenwerfen. „Vielleicht denken wir einen Tick zu offensiv“, gab daher auch EHC-Stürmer Patrick Hager vor dem letzten Drittel zu. „Für unsere Verhältnisse lassen wir zu viele Großchancen zu.“ Vielleicht, merkte er an, fehle auch „das Quäntchen Konzentration“.

Eine solche Unaufmerksamkeit nutzte Christoph Gawlik, um Krefeld erneut in Führung zu bringen (44.). Wieder musste ein Münchner ein kleines Kunststück vollbringen, um das nächste Tor zu erzwingen. Brooks Macek knallte den Puck mit einem raffinierten Rückhandschuss ins Netz (50.).

Der EHC initiierte nun eine mutige Schlussoffensive, doch die Entscheidung fiel trotzdem erst im Penaltyschießen. Im Duell zwischen Angreifer und Torhüter erwiesen sich die Stürmer an diesem Abend als treffsicher. Für Krefeld trafen Justin Feser und Marcel Müller, für München Kahun und Keith Aucoin. Dann, im insgesamt achten Versuch, trat erneut Dominik Kahun an – und tanzte Krefelds Torhüter Patrick Klein das zweite Mal aus.

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