TSV 1860

An Weihnachten ins Fitnessstudio

von Redaktion

Löwen-Mittelfeldspieler Nicolas Andermatt arbeitet nach schwerer Schulterverletzung an seinem Comeback

VON FLORIAN FUSSEK

München – Es ist der 22. Oktober. Im Grünwalder Stadion läuft das Derby gegen Bayern II. In der 60. Minute versucht Nicolas Andermatt im Zweikampf mit Maxime Awoudja an den Ball zu kommen. Es kommt zum Pressschlag, Andermatt fliegt – und landet voll auf der linken Schulter. „Da hat es ziemlich gerumst“, erinnert sich der Mittelfeldspieler. Er will weitermachen, doch von den Ärzten gibt es ein Veto. „Das Schlüsselbein stand ziemlich raus“, erinnert sich der 22-Jährige. Die Diagnose: Sprengung des Schultereckgelenks. Für ihn beginnt eine Leidenszeit – 2018 will er aber wieder voll angreifen! „Mein großes Ziel ist Nürnberg. Ich will wieder auf den Platz“, sagt Andermatt. Am 24. Februar ist dort der Rückrundenauftakt im Max-Morlock-Stadion.

Der Andrang für das Spiel ist groß. Das Gäste-Kontingent von 5000 Tickets ist bereits vergriffen. „Ich habe auch in Augsburg gespielt. Das ist Wahnsinn vor so einer Kulisse in einem großen Stadion. Für mich gibt es fast nichts Geileres“, sagt er.

Bis zu seiner Verletzung stand der ehemalige Schweizer Juniorennationalspieler 13 Mal in der Liga auf dem Platz (ein Tor, zwei Vorlagen). „Das Schlimmste ist, in der Kabine zu sitzen und zu sehen, wie die anderen trainieren gehen und ich kann nicht mit auf den Platz“, sagt er, „es ist richtig langweilig ohne einen Fußball.“

Jeden Tag trainiert er zwei Stunden in Wasserburg im Trainingszentrum von Hans Friedl. „Er ist der Beste den ich kenne“, sagt Andermatt. Außerdem versucht er fast täglich noch bei den Löwen im Kraftraum zu sein.

Pause musste er nur in den zehn Tagen nach seiner Operation am 24. Oktober machen, wo ihm eine Platte eingesetzt wurde. Die ist mittlerweile wieder raus und Andermatt kann voll trainieren.

Auch vor der Verletzung achtete Andermatt auf seinen Körper: Aufpassen bei der Ernährung und immer für genug Schlaf und Regeneration sorgen. „Ich glaube, dass man viel vorbeugen kann“, erklärt er. „Während der Verletzung achte ich noch mehr drauf als normal.“

Über Weihnachten geht es für den Schweizer zu seiner Familie in die Heimat. Festessen genießen und Beine hochlegen? Da muss Andermatt lachen. „Ich kenne auch Fitnessstudios in der Schweiz!“ Er hat ja ein großes Ziel.

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