München – Im kommenden Sommer soll sie stehen, die Statue, die jedem auffallen wird. Was schon klar ist: Sie wird an der Säbener Straße platziert werden und Kurt Landauer, den Ehrenpräsidenten des FC Bayern abbilden. Was noch nicht klar ist: Die künstlerische Umsetzung. Denn die hängt zum einen von den in Auftrag gegebenen Entwürfen ab und zum anderen von der Summe, die die Kurt Landauer Stiftung sammelt.
„Ein hoher fünfstelliger Betrag“ ist vonnöten, sagt Michael Linninger, der das erste Projekt der neu gegründeten Stiftung gestern gemeinsam mit seinem Vorstandskollegen Simon Müller und Florian Höpfl vorgestellt hat. Der offizielle Startschuss für die Arbeit des Vereins, der sich zur Aufgabe gemacht hat, durch seine Aktivitäten an den ehemaligen jüdischen Präsidenten Landauer, seine Geschichte und die von ihm vertretenen Werte zu erinnern, fiel im Beisein von Bayerns Vorstandsboss Karl-Heinz Rummenigge, Präsident Uli Hoeneß, Charlotte Knobloch (Präsidentin der Israelitischen Kultusgemeinde München und Oberbayern) sowie Landauers Neffen Uri Siegel. Alle waren sich einig: Die Sache, die von sieben Bayern-Fans „aus dem ganzen Stadion“ initiiert wurde, muss unterstützt werden.
Die Statue soll den vor dem NS-Regime geflohenen und später zu seinem Verein zurückgekehrten Landauer laut Müller „auf sein Lebenswerk blicken lassen“ – ist aber nur der plakative Beginn der Stiftungsarbeit, die in viele Richtungen geht und zeitoffen verläuft. „Landauer soll das Vehikel sein“, sagt Linninger, „und stellvertretend stehen für alle Vereinsmitglieder, die vergessen wurden“. Zu den ersten Projekten gehören daher unter anderem die Grabpflege von verdienten Mitgliedern sowie Bildungsarbeit und Fahrten in die KZ-Gedenkstätten Dachau und Auschwitz. Aber auch darüber hinaus gibt es laut Müller „unzählige Ideen in unseren Köpfen“. Sie alle laufen „im Sinne einer selbstoffenen, fortschrittlichen, liberalen und antirassistischen Gesellschaft“ – also: Frei nach Landauer. hanna raif