Innichen/Lenggries – Ein klein wenig war beim Lenggrieser Skicross-Ass Heidi Zacher gestern beim zweiten Weltcup im Südtiroler Innichen die Luft raus. Doch dann mobilisierte sie noch einmal die letzten Kräfte und gewann im Fotofinish mit einer Ski-Handschuh-Länge gegen die Kanadierin Brittany Phelan das kleine Finale. Damit wurde die Isarwinklerin insgesamt auf Rang fünf gewertet. Bemerkenswert: Saisonübergreifend hat Zacher nun in vier Weltcups in Folge für Aufsehen gesorgt. Dreimal gewann sie das Große, einmal das kleine Finale. Klar, dass da auch gestern keine Spur von Enttäuschung bei Heidi Zacher zu spüren war: „Ich gewinne lieber jeweils einmal ein großes und ein kleines Finale, als dass ich zweimal irgendwo auf den Plätzen drei oder vier lande.“
Die einzelnen Runden der Finalheats waren auch diesmal hart umkämpft. „Immer ein harter Fight vom Start bis ins Ziel“, sagte die 29-jährige erschöpft. Die drei Wochen der sogenannten „Cross Alps-Tour“ mit ihren fünf Rennen haben schon ihre Spuren hinterlassen. Vor allem bei den Spitzenathleten, die ja bis zu fünf Wettkampf-Fahrten hintereinander an einem Tag absolvieren mussten. Und da war Heidi Zacher stets dabei. „Mit dem Sieg im kleinen Finale können wir insgesamt zufrieden sein“, erklärte dann auch Heli Herdt, der Sportliche Leiter der Crosser im DSV.
Die deutschen Männer dagegen konnten nur bedingt mithalten. Doch der Funktionär lobt: „Auch wenn heute einige nicht alle Elemente 100-prozentig getroffen haben, ist unser Motto immer bis zum Schluss fighten – und das haben alle getan.“
Auch Heidi Zacher hatte Probleme beim Start. Dennoch kam sie in ihrem Viertel-Final-Heat hinter der Schweizerin Sanna Lüdi als zweite ins Ziel und damit eine Runde weiter. Im Halbfinale fand sich die Lenggrieserin ziemlich schnell an Position drei liegend wieder. Bis ins Ziel beharkte sie sich mit der Französin Marielle Berger-Sabatelle, musste sich dann geschlagen geben und schied als dritte des Heats aus. Im kleinen Finale schließlich wurde Heidi Zacher sogar bis auf vier durchgereicht. Doch mit einer Energieleistung holte sie Kurve um Kurve auf bis zum glücklichen Foto-Finish auf der Zielgeraden. „Jetzt freue ich mich erst einmal auf die Weihnachtspause zu Hause“, erklärt die deutsche Vorzeige-Athletin, die die Führung in der Tour an die Schwedin Sandra Naeslund abgeben musste, die in Innichen gewann.