Stuttgart/Wolfsburg – Er zog einst aus nach München, er spielte in Florenz, in Istanbul und zuletzt für den VfL Wolfsburg, bei dem er zum Kapitän aufstieg. Doch nun kehrt Mario Gomez zurück in seine Heimat: Er soll den VfB Stuttgart vor dem Abstieg aus der Fußball-Bundesliga retten und in eine bessere Zukunft führen. Mit der sofortigen Verpflichtung des 71-maligen Nationalstürmers landete der Aufsteiger am Freitag einen Transfercoup und beschenkte sich kurz vor Weihnachten selbst.
„Wir freuen uns sehr, dass es uns gelungen ist, Mario Gomez für die Rückkehr zum VfB zu begeistern“, sagte der Stuttgarter Sportvorstand Michael Reschke, der nun durchatmen dürfte. Nach der geplatzten Verpflichtung des argentinischen Talents Maximiliano Romero und dem Verkauf von Simon Terodde an den 1. FC Köln stand der 60-Jährige enorm unter Druck. Nun hat der VfB in Gomez nicht nur einen neuen Torjäger, sondern in seinem an Führungsfiguren armen Kader auch einen Profi, der die jungen Spieler führen kann.
Der Tabellen-14. steht in der Winterpause nur zwei Punkte vor dem Relegationsplatz und stellt mit 13 Toren gemeinsam mit Werder Bremen die zweitschlechteste Offensive der Liga. Gomez soll die Probleme im Angriff beheben und das Team von Trainer Hannes Wolf in sichere Regionen führen. Für sich selbst hofft er auch auf einen Schub für das Nationalteam. Dort kämpft er mit dem von Hoffenheim zu Rekordmeister Bayern München gewechselten Sandro Wagner im Kader von Bundestrainer Joachim Löw um die zweite Stelle im Angriff hinter Timo Werner.
„Ich weiß natürlich, dass die Erwartungen groß sind und die Situation sehr herausfordernd“, erklärte der 32-Jährige. „Es heißt ab jetzt, alles für den Klassenerhalt zu geben, eine gute Rückrunde zu spielen und zusätzlich für mich, mein Ziel Weltmeisterschaft zu erreichen.“ Sein Wunsch, zurück in die Heimat zu gehen und die Möglichkeit schon jetzt im Winter zu nutzen, sei in den vergangenen Wochen immer stärker geworden.
Die Ablöse für Gomez beträgt wohl rund 3,5 Millionen Euro. Wolfsburg holte zudem im Gegenzug den an den VfB ausgeliehenen Flügelspieler Josip Brekalo vorzeitig zurück. dpa/sid