Frankfurt – Verwirrung um Witali Mutko: Der russische Vize-Premier, der laut IOC die „administrative“ Verantwortung für den riesigen Doping-Skandal trägt, tritt angeblich von seinem Amt als Präsident des nationalen Fußballverbandes (RFS) zurück – bei der WM 2018 könnte er sich dennoch als „Macher“ der Endrunde präsentieren. Es wäre absurd.
Von Mutkos Rückzug aus dem Verband berichteten am Donnerstagabend mehrere russische Medien, auch die „New York Times“ griff die Geschichte auf. Am zweiten Weihnachtsfeiertag soll die RFS-Spitze für Beratungen zusammenkommen. Mutko – vor allem für die russischen Nachrichtenagenturen sonst Tag und Nacht zu erreichen – äußerte sich bislang nicht.
Deshalb bleibt bislang offen, wie dieser Schritt einzuordnen wäre. Um wirklich Konsequenzen aus dem gewaltigen Skandal zu ziehen, den Mutko, 59, zuletzt vehement leugnete, müsste sich Mutko auch als WM-Organisationschef zurückziehen. Das Amt des RFS-Präsidenten ist ein halbes Jahr vor der Endrunde (14. Juni bis 15. Juli) das unbedeutendere.
Das IOC hatte Mutko wegen dessen Rolle im Skandal für immer aus der olympischen Bewegung verbannt. Während der Hochzeit der russischen Dopingbemühungen rund um die Olympischen Spiele in Sotschi 2014 war Mutko Sportminister. Im Zuge der Ermittlungen wurde er vom Whistleblower Grigorij Rodschenkow belastet.
Die FIFA scheute sich aber bislang, den WM-Macher zu sanktionieren. Weltverbands-Präsident Gianni Infantino ist ein gern gesehener Gast in Moskau. Als Mutko kurz vor der WM-Gruppenauslosung in einer schier ewigen Wutrede alle Vorwürfe leugnete und als Werk des Westens verteufelte, saß Infantino stumm daneben. sid