27 perfekte Tage

von Redaktion

Vor dem Spiel in Schwenningen fehlen dem EHC München zwei Erfolge, um den Dezember unbesiegt zu überstehen

von christopher meltzer

München – Patrick Hager spazierte am späten Dienstagabend ziemlich entspannt durch die Katakomben der Olympia-Eishalle. Mit den Füßen war der Eishockeystürmer des EHC München in zwei blaue Badelatschen geschlüpft, auf den Kopf hatte er sich eine Cap gesetzt, mit dem Schild nach hinten, versteht sich.

Den Tabellenführer der Deutschen Eishockey-Liga (DEL) umgibt in diesen Tagen eine gewisse Lässigkeit, die eng verknüpft ist mit den jüngsten sportlichen Resultaten. Alle neun Dezember-Spiele hat der EHC bisher für sich entschieden. Die letzte Niederlage fing er sich am 29. November in Bremerhaven ein, weshalb die Lässigkeit gerade in ein Gefühl der Unbesiegbarkeit übergeht.

„Wir lassen uns nicht aus der Ruhe bringen, auch wenn drei, vier Minuten vor dem Ende noch ein Tor fehlt“, sagte Hager am Dienstag. Wenige Minuten zuvor hatte der EHC nämlich genau ein Tor benötigt. Der ERC Ingolstadt führte in München mit 3:2 und drohte, den perfekten Monat nach 26 Tagen zu beenden. Es wäre wohl ein gewöhnlicher Reflex, in dieser Situation in Panik zu verfallen. „Wir denken aber: Ach ja, wir haben ja noch zwei Minuten“, erzählte Hager. „Jeder wartet nur darauf, dass das Tor fällt.“

124 Sekunden vor Spielende passierte das dann auch. Und weil im anschließenden Penaltyschießen mal wieder Dominik Kahun die Nerven behielt, kann der EHC heute in Schwenningen (Spielbeginn 19.30 Uhr) einen neuen Klubrekord aufstellen. Der zehnte Sieg in Serie würde auch das Streben nach dem perfekten Monat fortsetzen, den der EHC am Samstag (17 Uhr) in der bereits ausverkauften Münchner Olympiahalle vollenden kann, wenn er zum Auftakt der dreiteiligen „Hockey Halleluja“-Serie den Tabellenzweiten Nürnberg empfängt.

Die erste Chance, den Meister noch im Dezember zu Fall zu bringen, bietet sich jedoch einem Trainer, der in der Vereinsgeschichte des EHC eine wichtige Rolle einnimmt. Pat Cortina führte München 2010 in die DEL. Inzwischen hat der ehemalige Bundestrainer die Schwenninger Wild Wings zu einem kompetenten Erstligisten geformt. Als Tabellenfünfter steuert Schwenningen zielsicher auf die Playoffs zu.

Daher verschwendet Patrick Hager auch kaum Gedanken an die Möglichkeit des perfekten Monats. „Der Fokus liegt nicht auf der Serie“, sagt er, „sondern darauf, jedes Spiel zu gewinnen.“

Dazu trägt Hager, der sich dem EHC im Sommer angeschlossen hat, gerade besonders viel bei. Drei Tore und zwei Vorlagen waren es in den vergangenen beiden Partien. Dem Nationalspieler ist es jedoch egal, ob er nun derjenige ist, der einen Schuss blockt oder die Tore schießt. Er sagt: „Viele Spieler haben das eigene Ego zurückgestellt, um den großen Titel zu holen.“ Die Serie, das weiß Hager natürlich, ist nur ein Schritt auf dem Weg dorthin.

Artikel 10 von 11