FC Bayern

Ein, zwei oder mehr Monate

von Redaktion

Torwart Sven Ulreich stellt sich auch für 2018 auf den Ernstfall ein – Hitzfeld: Neuers WM-Ausfall wäre kein Drama

München – Sven Ulreich, da kann man sich sicher sein, hat seine Formulierung bewusst gewählt. In „ein, zwei Monaten“, sagte der Vertreter von Manuel Neuer jüngst der „Bild“, werde er wieder auf der Bank sitzen. Das kann also Ende Januar sein, aber auch Ende Februar. Und um ehrlich zu sein: Es würde niemanden mehr wundern, wenn es März werden würde.

Die Genesung des Bayern-Kapitäns schreitet bekanntlich schleppend voran. Der operierte Fuß heilt, aber er braucht Zeit, und nach der Vorgeschichte – drei Mal brach inzwischen dieselbe Stelle – wird man ihn auch so lange schonen, bis das Risiko für eine erneute Verletzung bei nahezu null Prozent liegt. Ulreich wünscht seinem eigentlichen Trainingspartner „noch mehr Gesundheit“ als anderen Mitspielern, „wir kommen gut miteinander klar“. Und trotzdem gibt der 29-Jährige zu: „Es ist schwer, sich wieder auf die Bank zu setzen, wenn man Blut geleckt hat, das Kribbeln wieder hatte, das als Nummer 2 ein wenig abhandenkommt.“

Das Kribbeln hat Ulreich seit dem Sommer wettbewerbsübergreifend 20 Mal gespürt, unter den Abstimmungen zu den besten Keepern der Halbserie ist er stets auf den ersten Plätzen zu finden. Seine Leistungssteigerung von einem mittelmäßigen zu einem teils überragenden Torwart erklärt er sich mit seiner neu gefundenen Lockerheit. Seine „relaxte Einstellung“ verläuft nach dem Motto: „Ich spiele jetzt. Wenn es nicht gut genug ist, müsst ihr mich halt rausnehmen.“ Auch dass Jupp Heynckes ihm von Anfang an das Gefühl gegeben habe, ihn „für einen guten Torhüter“ zu halten, habe sein Selbstbewusstsein enorm gesteigert.

In die Winterpause – Weihnachten daheim, jetzt ab in den Schnee – ist Ulreich also unverhofft als Bayerns Nummer eins gegangen. An die WM aber verschwendet er keinen Gedanken. „Es gibt andere Torhüter, die es verdient haben, dabei zu sein“, sagt er und nennt Ralf Fährmann. Wegen Kandidaten wie dem Schalker und Marc-Andre ter Stegen sowie Bernd Leno hat auch Ottmar Hitzfeld keine Angst vor einem möglichen Neuer-Ausfall beim Turnier in Russland. „Das wird Jogi Löw keine Sorgen machen, wir haben genug Alternativen.“ Eine deutliche Ansage des Ex-Bayern-Trainers. hanna raif

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