München – Jetzt, da das Jahr angebrochen ist, in dem der EHC München das dritte Mal in Folge die deutsche Meisterschaft gewinnen möchte, lohnt es sich, jene Klubs ein wenig genauer anzuschauen, die sich ebenfalls für titelreif halten. Der Terminkalender der Deutschen Eishockey-Liga (DEL) sieht es nämlich vor, dass in diesen Tagen die großen Rivalen des Meisters in München vorspielen.
Nur die Adler Mannheim, die heute (19.30 Uhr) das zweite Spiel der „Hockey Hallelujah“-Serie in der umgebauten Olympiahalle bestreiten, tanzen aus der elitären Reihe. Obwohl sie sehr viel Geld in ihren Kader investiert und vor vier Wochen auch noch Trainer und Manager gefeuert haben, befinden sie sich im Sturzflug. Sogar die Pre-Playoffs könnten sie verpassen.
Ansonsten darf und durfte das Publikum aber bereits jene Mannschaften unter die Lupe nehmen, die recht wahrscheinlich auch in den späten Playoffrunden mitmischen werden. Etwa die Eisbären Berlin, die am Freitag (19.30 Uhr) in der Olympiahalle antreten. Und allen voran die Nürnberg Ice Tigers.
Der Tabellenführer hatte die Sonderserie am vergangenen Samstag vor 10 000 Zuschauern eröffnet. Als Stürmer Brooks Macek dem EHC anderthalb Sekunden vor Ende der Verlängerung den Sieg (3:2) schenkte, strömten die Fans siegestrunken aus der Halle. Erstmals seit sechs Spielen hatten ihr Verein die Franken wieder besiegt.
Doch die gute Stimmung täuschte darüber hinweg, dass Nürnberg das Spiel lange kontrolliert hatte. Die Wende leiteten die Ice Tigers mit dämlichen Strafzeiten selbst ein. „Wir müssen an unserer Disziplin arbeiten“, sagte ihr Trainer Rob Wilson, fügte aber sofort an: „Ich denke, dass wir ansonsten großartig gespielt haben.“ Auch EHC-Trainer Don Jackson nannte den Sieg „glücklich“.
Das dritte Aufeinandertreffen der beiden Rivalen in dieser Saison belegte erneut, dass Nürnbergs Defensivstrategie den EHC immer wieder zu Fehlern in der neutralen Zone zwingt. „Ich weiß nicht, ob wir München frustrieren“, sagte Wilson, „aber ich glaube, wir haben eine wirklich gute Chancen, gegen sie zu gewinnen.“
Diese Chancen knüpfte der Kanadier dann aber an Bedingungen. Der Kader des Meisters sei tiefer besetzt. „Um ins Halbfinale oder sogar ins Finale zu kommen“, sagte er, „müssen wir gesund bleiben. Das ist der entscheidende Punkt.“ Die Fehler wiederum, die Nürnberg am Samstag den Sieg kosteten, stufte Wilson auf dem Weg zur Titeljagd als wertvolle Erfahrung ein: „Es ist besser, solche Lektionen jetzt zu lernen als im April.“