München – Die letzten Spielsekunden waren gerade erst abgelaufen, da kurvte Brooks Macek schon gemütlich auf Kevin Reich zu. Er klopfte dem jungen Torhüter auf die Schulter, gratulierte ihm dazu, in seinem Saisoneinsatz in der Deutschen Eishockey-Liga (DEL) nur ein Gegentor zugelassen zu haben.
Ehe Reich darauf reagieren konnte, hatten sich bereits die anderen Spieler des EHC München vorgedrängelt, um ihren Torwart ebenfalls abzuklatschen. Hätte Reich ein wenig mehr Zeit gehabt, er hätte wohl auch Macek gratuliert, ihm vielleicht sogar gedankt. Weil der Stürmer am vergangenen Dienstagabend zweimal getroffen hatte, war der Erfolg gegen Mannheim mit 4:1 nämlich recht deutlich ausgefallen – und Reichs Premiere geglückt.
In München kann man sich in diesen Tagen eben auf Brooks Macek verlassen. Dass der EHC an diesem Freitagabend (19.30 Uhr) gegen die Eisbären Berlin auch das dritte Spiel der „Hockey Halleluja“-Serie in der (bereits ausverkauften) Olympiahalle für sich entscheiden kann, hat viel mit dem Deutsch-Kanadier zu tun. Vor dem Duell mit Mannheim hatte er bereits den 3:2-Sieg im Gipfeltreffen mit Nürnberg am vergangenen Samstag besiegelt – eineinhalb Sekunden vor dem Ende der Verlängerung.
Don Jackson, Maceks Trainer, erfreut sich an der Form seines Angreifers. Er habe einen „großartigen Schuss“, sei auf dem Eis „schnell und kräftig“ und erziele „wichtige Tore“. Drei Jahre verbrachte Macek in Iserlohn, ehe er 2016 zum EHC wechselte. Man merke, dass Macek dazugelernt habe, sagte Jackson. Gerade in der Defensive hat er sich gesteigert, inzwischen lässt ihn der Trainer sogar in Unterzahl verteidigen.
Maceks größte Qualität aber bleibt das Toreschießen. An der Seite des genialen Münchner Vorlagengebers Keith Aucoin (41 Assists) hat der 25-Jährige in dieser Saison bereits 19 Tore gesammelt. Nur ein DEL-Spieler übertrifft ihn in dieser Kategorie: Der Berliner Sean Backman hat bereits 22 Mal getroffen. Die zwei Tormaschinen sind am Freitag unter sich. christopher meltzer