Ski alpin

Hirscher zieht mit Tomba gleich

von Redaktion

Der Österreicher feiert in Zagreb seinen 50. Weltcup-Sieg – Slalom-Debakel für DSV

Zagreb – Vier waren schon nach dem ersten Lauf nicht mehr dabei, zwei fädelten im Finale ein, und der beste belegte nur den letzten Platz: Für die deutschen Ski-Rennläufer endete der Weltcup-Slalom am Bärenberg unweit der kroatischen Hauptstadt Zagreb mit dem schlechtesten Resultat seit fast sechs Jahren. Rang 27 für Linus Straßer aus München war die gesamte Ausbeute – langsamer als der Münchner war keiner derer, die bei äußerst schwierigen Pistenbedingungen ins Ziel kamen.

Marcel Hirscher aus Österreich dagegen bleibt eine Klasse für sich – und immer für den Sieg gut. Der Rekord-Gesamtweltcupsieger feierte vor Teamkollege Michael Matt (+0,05 Sekunden) und Henrik Kristoffersen (Norwegen/+0,11) seinen 50. Weltcup-Sieg. Damit zog Hirscher in der ewigen Bestenliste der Männer mit Alberto Tomba (Italien) gleich. Nur der Schwede Ingemar Stenmark (86) und Hirschers Landsmann Hermann Maier (54) haben häufiger gewonnen.

Die Deutschen erlebten ein Tag zum Vergessen: Straßer fuhr nach zwei verkorksten Läufen zudem abermals an der Olympia-Norm vorbei. Fritz Dopfer (Garmisch), zunächst noch respektabler Elfter, schied im zweiten Durchgang aus, nachdem ihm eine Torstange auf die Skier geschlagen war: „Bitter“, sagte er, „da darf man nicht ausscheiden, umso blöder, dass es passiert ist.“ Der ebenfalls für das Finale qualifizierte David Ketterer (Schwenningen) fädelte am vorletzten Tor ein.

Während sich Dopfer nach seinem Beinbruch aber zumindest langsam wieder an seine Bestform herankämpft, bleibt Straßer ein Rätsel. Am Montag hatte er als Dritter beim Parallel-Slalom in Oslo geglänzt und damit zum zweiten Mal in seiner Karriere in einem Weltcup auf dem Podest gestanden, doch in „normalen“ Slaloms schöpft er sein Potenzial nach wie vor nicht aus – in Zagreb litt er dann noch unter den erschwerten Bedingungen.

Für die Olympia-Qualifikation wird Straßer der dritte Rang in Oslo nicht angerechnet, „das ist natürlich schade“, sagte er. Nach Zagreb bleiben ihm jetzt nur noch die vier Slaloms in Adelboden, Wengen, Kitzbühel und Schladming, um einmal unter die ersten Acht oder zweimal unter die ersten 15 zu kommen. „Was soll ich machen? Ich kann den Kopf in den Sand stecken – oder weiterkämpfen, dann wird die Olympianorm schon kommen“, sagte er.  sid

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