Rückkehr des Unersetzlichen

von Redaktion

Timo Gebhart steigt mit Zuversicht ins Training des TSV 1860 ein

München – Als auch die letzten Meter geschafft waren, setzte Timo Gebhart recht flott wieder ein Grinsen auf. Natürlich hatten die vielen Stadionrunden, die die Fußballer des TSV 1860 gestern Früh im Rahmen ihres Laktattests in der Werner-von-Linde-Halle drehen mussten, auch Gebhart schwitzen und keuchen lassen. Und trotzdem verdrängten sie das Grinsen im Gesicht des Rückkehrers nur kurz.

Vor mehr als vier Monaten hatte Gebhart, 28, im Regionalligaspiel gegen den FC Ingolstadt II einen Muskelbündelriss erlitten, der dem Offensivstrategen den Rest des Fußballjahres vermasselte. Er musste zusehen, wie sich das junge Löwenteam ohne ihn, den Anführer, an der Ligaspitze etablierte. „Ich pack das gar nicht“, sagte er gestern zur ungewohnten Zuschauerrolle. Ein paar Spiele habe er sich gar nicht anschauen können: „Da habe ich fast geweint.“

Jetzt aber grinst Timo Gebhart wieder. Er hat sich viel vorgenommen. Um sich mit Bestleistungen am Aufstiegsziel des Klubs zu beteiligen, hat er in den vergangenen Monaten viel investiert. „Ich habe so viel Ausdauer trainiert wie noch nie in meinem Leben“, sagt Gebhart. Andere athletische Fähigkeiten, wie etwa Sprints, schnelle Richtungswechsel oder Sprünge, müsse er aber noch steigern.

Löwen-Trainer Daniel Bierofka will seinen Ausnahmespieler jedoch „ganz behutsam“ einbinden. Er weiß, dass ihm bis zum Pflichtspielauftakt in Nürnberg (24. Februar) sechs Wochen bleiben, um ihn in Wettkampfform zu bringen. Daher hat er für den Rest der Trainingswoche immer wieder Einzelübungen für Gebhart vorgesehen. Vermutlich nutzt Bierofka das Testspiel gegen Memmingen, das der TSV am 20. Januar in München austrägt, um dem Spielmacher Wettkampfminuten anzuvertrauen.

Als Gebhart schließlich die notwendigen Verbesserungen für die finalen Saisonmonate ansprach, verschwand das Grinsen aus seinem Gesicht: „Wir müssen ein Spiel 90 Minuten dominieren, nicht nur 60 oder 45.“ Timo Gebhart besitzt die Fähigkeiten und die Motivation, um das zu ändern. christopher meltzer

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