Ruhpolding – Vanessa Hinz strahlte über das ganze Gesicht. „Wir werden eine tolle Stimmung haben, das Wetter ist super, ich freue mich“, sagte die Lokalmatadorin vom SC Schliersee vor dem heutigen 15-km-Einzelrennen in Ruhpolding: „Es ist zwar nicht mein Lieblingswettkampf, ich gehe aber mit voller Power rein.“
Die noch sechs ausstehenden Rennen bis zu den Olympischen Spielen in Südkorea kann Hinz locker angehen. Die Qualifikationsleistungen hat sie längst in der Tasche. Das beste Ergebnis der 25-Jährigen in dieser Saison war der 5. Rang im Massenstart von Annecy, in der Weltcup-Gesamtwertung liegt sie auf Rang 17, spätestens seit dem Doppel-Gold (Mixed und Staffel) bei der WM 2017 in Hochfilzen ist Hinz eine feste Größe im starken deutschen Frauenteam.
Allerdings war die gute Laune der Zolloberwachtmeisterin am vergangenen Sonntag doch etwas getrübt worden. Als Startläuferin in der Staffel schien ihr die gewohnte Zielsicherheit vorübergehend völlig abhanden gekommen zu sein. Sie verfehlte fünf Scheiben, musste in die Strafrunde. „Klar war ich geknickt, das wäre jeder“, sagte sie, „wenn man mich zehn Minuten nach so einem Wettkampf fragt: ,Wie’s war?‘, dann steh’ ich nicht freudenstrahlend da und sag: Ja super.“
Doch inzwischen, so versicherte sie, sei der Frust verflogen. „Ich kann das ganz gut wegstecken. Mittlerweile habe ich das vergessen.“ In Oberhof sei eben viel schief gelaufen. „Es war von Anfang an nicht das Rennen, wie ich es mir vorgestellt habe. Es war extrem hektisch, es gab ständige Führungswechsel, es war überhaupt kein runder Wettkampf“, erzählte sie, „nach zwei Fehlern liegend war ich irritiert: Hey, was war jetzt los?“
Danach habe sie unter Zugzwang gestanden: „Stehend musste ich dann treffen – und das habe ich nicht geschafft.“ Hinz tröstete sich mit einem Blick auf ihrer Karriere. „Ich habe zuvor nur gute Staffelrennen gemacht. Ich glaube, dass ich immer noch eine Bank als Startläuferin bin“, sagte die Oberbayerin: „Oberhof – das war einfach nicht mein Tag.“ Der heutige kann schon wieder ganz anders ausschauen. Ihre Prognose: „Die Chancen stehen gut.“ gib