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Blick für das Besondere

von Redaktion

Stefan Jovic soll dem Bayern-Angriff eine neue Dimension verleihen

München – Als Stefan Jovic den Ball an der Dreipunktelinie fing, raunten die Zuschauer schon. Sie waren überzeugt, dass der Serbe nun auch werfen würde. Und obwohl er mehr als genug Zeit für einen Distanzwurf gehabt hätte, zögerte Jovic. Er hob den Blick und sah einen Verteidiger heranrauschen, den er geschickt umdribbelte. Als eine weitere Abwehrkraft auf ihn zustürmte, spielte Jovic schließlich einen Bodenpass zu Devin Booker, der den Ball aus kurzer Distanz mühelos in den Korb legte.

Die Kunst des Extrapasses beherrscht Jovic, 27, besonders gut. Vier Vorlagen lieferte er am Mittwoch beim wichtigen 81:68-Heimsieg des FC Bayern gegen den litauischen Klub Lietuvos Rytas Vilnius in der Zwischenrunde des Eurocups. Einen Monat musste Jovic zuletzt mit Fußproblemen aussetzen, das Vilnius-Spiel war erst sein zweiter Wettkampfeinsatz.

Und trotzdem blitzte bereits jene Spielübersicht auf, die den FC Bayern im vergangenen Sommer dazu bewegt hat, die kritische Position des Point Guards mit Jovic zu besetzen. Mehrere Verletzungen haben bisher jedoch verhindert, dass der serbische Nationalspieler mit seinen neuen Mitspielern das notwendige Spielverständnis entwickeln konnte. „Die anderen Spieler müssen sich noch an ihn gewöhnen – wie er das Spiel lenkt, wie er das Team führt“, ruft Bayern-Trainer Aleksandar Djordjevic zur Geduld auf. Auch dem Spielmacher selbst, der beim FC Bayern erstmals für einen Verein außerhalb Serbiens unter Vertrag steht, räumt der Trainer noch Lernzeit ein. Jovic verbessere sein Englisch fleißig, die Kommunikation mit den Teamkollegen werde daher immer besser.

Als Djordjevic in der Sommerpause an der Spielphilosophie getüftelt hat, stimmte er seine Ideen auf Jovic’ Fähigkeiten ab. Weil dieser für einen Point Guard ungewöhnlich groß ist (1,98 Meter), eröffnet er seinem Trainer viele taktische Varianten. „Er kann über Verteidiger schauen und freie Mitspieler finden“, erklärte Jared Cunningham den Vorteil der Größe. „Wenn er fit ist“, sagte Danilo Barthel, „kann er eine ganz andere Facetten in unser Spiel bringen.“ christopher meltzer

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