Bühne frei für Wagner-Festspiele

von Redaktion

Gleich zum Auftakt 2018 rückt der Neuzugang in den Fokus, denn Lewandowski pausiert noch

München – Das Programm des FC Bayern in den ersten Wochen 2018 wirkt eigentlich so, als hätte ein Drehbuchautor sein ganz besonderes Faible für Nebenfiguren ausleben dürfen. Es wechseln sich unproblematische Gegner wie Bremen, Mainz und Paderborn mit interessanten Gradmessern wie Leverkusen und Hoffenheim ab, ehe die Anforderungen dann ab Mitte Februar gegen den FC Schalke 04 und Besiktas Istanbul so langsam Konturen annehmen. Bis dahin sollte man in Schuss sein, spätestens, doch auch das Polster von elf Zählern Vorsprung trägt das seine dazu bei, die Protagonisten im Kader im Zweifel zunächst noch ein bisschen für die entscheidende Spielzeit zu schonen. Vor allem Sandro Wagner rückt in diesem Kontext in den Fokus. Er wurde je extra als Nebenfigur geholt.

Die Bühne wäre für Wagner-Festspiele frei, denn Robert Lewandowski fällt zum Beispiel heute Abend gegen Leverkusen aus. Der Stürmer wird wie Mats Hummels für die Startelf nicht berücksichtigt, „es wäre fahrlässig“, sie zu nominieren, sagte Trainer Jupp Heynckes mit Blick auf die ersten Wochen im Jahr 2018, die das Duo im Krankenstand verbracht hat. Beide sollen ab Montag langsam ihr Pensum im Training erhöhen, ehe sie wieder eingesetzt werden. Bei Joshua Kimmich grübelte der Coach gestern noch, ob ihn die Erkältung und Rückenprobleme beim Pflichtspielstart ausbremsen.

Wagner wäre die „erste Option“ als Vertreter für Lewandowski, sagte Heynckes, aber so ganz über den Weg traut er dem Neuzugang noch nicht. „Ein Integrationsprozess dauert länger als zwei Wochen, obwohl er sich sehr gut integriert hat“, sagte der 72-Jährige. Sein Zeugnis für Wagners Start bei Bayern liest sich allerdings zweifelhaft. Er sei „bemüht, in unseren Spielfluss zu kommen“, meinte er – und jeder weiß: Bemüht der Lehrer das Wort „bemüht“, ist Luft nach oben. Wagner könne aber durchaus auch den Ball halten mit dem Rücken zum Tor, so Heynckes, er sei zufrieden, dass er diese Option hat. Und er wird sie testen. Für Zweitbesetzungen sind die nächsten Wochen ja praktisch konzipiert worden.  awe

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